Oldenburg - Bereits um 18.25 hatten die ersten Wahlhelfer ihre Ergebnisse ausgezählt: Am schnellsten liefen die Stimmen aus dem Wahllokal in der Paul-Maar-Schule ein, im Zweiminuten-Abstand gefolgt vom Cura Seniorenzentrum und der Grundschule Bümmerstede, meldete Stadtsprecher Andreas van Hooven am Montagabend.
„Wir sind die deutlich stärkste Partei in Oldenburg“, freute sich SPD-Unterbezirksvorsitzender Jürgen Krogmann über das Abschneiden seiner Partei. Die Verluste von 2009 habe die SPD in Oldenburg wieder wettgemacht.
„Die CDU pendelt sich über 25 Prozent ein“, blickte CDU-Parteichef Olaf Klaukien optimistisch in die Zukunft. „Bei der Kommunalwahl kamen wir auf rund 20 Prozent, jetzt haben wir 30 Prozent im Blick.“ Kommunalpotitisch könne die CDU u.a. mit Themen wie Kitas und Altpapier punkten.
„Katastrophal“ nannte die FDP-Kreisverbandsvorsitzende Christiane Ratjen-Damerau die Zahlen für ihre Partei. „Das ist ein ausgesprochen schlechtes Ergebnis.“ Nach der herben Niederlage bei der vergangenen Bundestagswahl setzt sich der Negativtrend der Liberalen trotz des neuen Bundesvorsitzenden Christian Lindner fort. Die erhoffte Kurve habe man nicht gekriegt, so Ratjen-Damerau. Man müsse mehr inhaltliche Akzente setzen. „Themen gibt es genug, zum Beispiel Datenschutz.“
Die AfD dagegen hatte allen Grund zu feiern. Dr. Hans Hermann Schreier, der Vorsitzende des Kreisverbands Stadt Oldenburg/Ammerland, sagte: „Ich bin hocherfreut, das ist ein großartiges Ergebnis. Wir haben Stimmen aus allen Schichten bekommen. Der Einzug ins Parlament ist ein Ritterschlag. Wenn wir weiter sauber arbeiten – professionell, werteorientiert und demokratisch – werden wir auch weiter wachsen.“
Zufrieden mit dem Ergebnis ist Tobias Frick von den Grünen: „Wir kommen aus einem Tief nach der Bundestagswahl heraus und haben mit 21,5 Prozent ein gutes Ergebnis erzielt.“ Die Position habe die Partei gegenüber der vergangenen Europawahl etwa halten können. Frick: „Damit haben wir nicht unbedingt gerechnet.“
Auf den guten Wahlkampf führt Hans-Henning Adler das gute Abschneiden der Linken in Oldenburg zurück. „Schaut man sich das Ergebnis genau an, kann sich für die Oberbürgermeisterwahl im September eine interessante Konstellation ergeben.“
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