Varel - In der nächsten Sitzung des Vareler Stadtrates am 25. September wird Walter Langer von den Grünen sein Ratsmandat zurückgeben. Sein Nachfolger wird der Kreistagsabgeordnete Dirk von Polenz. Langer war zuletzt der einzige Grünen-Ratsherr, nachdem sich die Grünen-Fraktion im Vareler Stadtrat aufgelöst hatte. Christoph Hinz und Djure Meinen waren aus der Fraktion ausgetreten und haben die Fraktion Hinz/Meinen gegründet (die NWZ berichtete).
Walter Langer, der dem Vareler Stadtrat 19 Jahre lang angehört hat und für Werner Lampe nachgerückt war, gibt berufliche Gründe für seinen Rücktritt an. Seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Freien Sozialen Dienste lasse ihm nur noch wenig Freiraum für die Ratsarbeit.
Die Vermutung, dass die Rückgabe des Ratsmandates mit der Kritik von Vareler Grünen an seiner Haltung zum Verkauf der Kuranlage Deichhörn in Dangast begründet sein könnte, weist Langer entschieden zurück. „Mit diesen Querelen hat das nichts zu tun“, beteuert er, „sie machen den Rücktritt nur einfacher“. Die Entscheidung, vorzeitig aus dem Rat auszuscheiden, sei bereits vor einem Jahr gefallen. Er habe allerdings warten wollen, bis der Grundsatzbeschluss zum Thema Dangast gefallen ist.
Langer blickt positiv auf seine Zeit im Rat zurück. Gemeinsam mit seinen grünen Ratskollegen sei es gelungen, die Grünen als politische Kraft zu etablieren. Als positiv wertet er auch die Zusammenarbeit in der CDU-FDP-Grünen-Gruppe.
Langers Nachfolger Dirk von Polenz (51 Jahre), der seit 2006 für die Grünen im Kreistag ist, kündigt an, im Vareler Rat keinen „grünen Neubeginn“ zu starten: „Die bisherige Gruppenkonstellation bleibt erhalten.“ Beim Thema Dangast gibt er sich zurückhaltend: „Ich hätte mich vielleicht enthalten“, sagt er.
Als Diplom-Biologe hat sich Dirk von Polenz die Themenschwerpunkte Umwelt und Abfall gesetzt. An aktuellen Vareler Themen interessieren ihn besonders die Zukunft von Friedrichsfeld und die Bodenschutzsatzung. Dirk von Polenz lebt in Dangastermoor, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
