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Gebietsreform Aus fünf Gemeinden wird eine

Melanie Hanz

WANGERLAND - „Reibungslos, einmütig, schnell“ – mit diesen Begriffen beschreibt Günther Hinrichs den Gemeindezusammenschluss, der am 1. Juli 1972 aus den fünf Gemeinden Hohenkirchen, Tettens, Minsen, Waddewarden und Hooksiel die Gemeinde Wangerland machte. „Das war eine sehr spannende Zeit“, erinnert er sich.

Hinrichs hatte damals gerade seine Ausbildung bei der Gemeinde Tettens beendet und begleitete die Gemeindegründung – auch als Berichterstatter für den Jeverland-Boten der

NWZ

 . In der neuen Gemeinde Wangerland wurde er dann Vertreter des Gemeinde- und Kurdirektors, bis zu seiner Pensionierung 1998 war er 18 Jahre lang Gemeindedirektor.

„Der Zusammenschluss der kleinen Wangerländer Gemeinden hatte das Ziel, das Schulwesen zusammenzufassen, weil den Gemeinden die Finanzierung schwerfiel“, so Hinrichs: Jede Gemeinde hielt Grundschule und Mittelpunktschule vor, hinzu kam das Progymnasium in Hohenkirchen. Notwendige Investitionen in den Ausbau der Wege und Straßen waren ebenfalls schwierig zu bewältigen.

„Vorteil war, dass alle Wangerländer Gemeinden ähnlich aufgestellt waren: Landwirtschaft, etwas Gewerbe und zunehmender Tourismus“, so Hinrichs. „Aber die Mentalitäten waren sehr verschieden“, erfuhr er im Lauf der Fusions-Gespräche.

Gespräche seit 1967

Die Gespräche zur Bildung der Gemeinde Wangerland begannen bereits 1967: Im Februar hatte Oberkreisdirektor Peter Oltmanns erstmals öffentlich erklärt, dass eine Gemeindereform sinnvoll sei. Die größeren Gemeinden sollten mindestens 5000 Einwohner haben. Vorgesehen war, die Gemeinden Hohenkirchen, Minsen, Tettens und den nördlichen Teil Waddewardens zu fusionieren sowie den südlichen Teil Waddewardens mit Hooksiel, Sengwarden und Sillenstede.

Bereits im Dezember 1967 nahmen Hohenkirchen, Tettens und Minsen Gespräche auf, Anfang 1968 wurde eine Kommission zur Vorbereitung der Fusion gebildet. Wie sich in den folgenden beiden Jahren zeigte, gab es durchaus Vorbehalte: Tettens und Minsen taten sich mit dem Gedanken schwer, sich mit der klammen Gemeinde Hohenkirchen zusammenzutun, zwischenzeitlich sollte auch Wangerooge mit in die Großgemeinde.

Hooksiel und Waddewarden stellten einen Sonderfall dar: Die Waddewarder hatten durchgesetzt, dass ihre Gemeinde nicht geteilt wird, wollten wohl auch mit Hooksiel, Sengwarden und Sillenstede fusionieren – aber nur, wenn der Verwaltungssitz in Sillenstede bliebe. Hooksiel dagegen bestand auf einem eigenen Verwaltungssitz.

Im Oktober 1969 brachte der stellvertretende Landrat Andreas Luiken (CDU) dann die ganz große Lösung ins Gespräch: Eine Gemeinde aller fünf Kommunen im nördlichen Jeverland. Doch Waddewarden und Hooksiel sträubten sich: Erst als klar war, dass Sengwarden nach Wilhelmshaven geht und Sillenstede nach Schortens, und nachdem Land und Landkreis eine Gemeinde Waddewarden-Hooksiel abgelehnt hatten, schlossen sie sich 1971 dem Wangerland an.

„Ganzes gesehen“

Eindeutig „Ja“ zur Fusion hatte da schon die Gemeinde Minsen gesagt: Im April 1970 fiel der einstimmige Ratsbeschluss. Hohenkirchen und Tettens folgten im Mai 1970, so dass 1971 bereits die Gemeinde Wangerland gegründet werden konnte. Allerdings hatten die Wiefelser zwischenzeitlich bekundet, sie wollten vielleicht doch eher zu Jever gehören. . .

„Damals hat sich gezeigt, dass die Gemeinderäte trotz aller Vorbehalte das große Ganze gesehen haben“, sagt Günther Hinrichs. Dank Landeszuschüsse für die Fusion konnten wichtige Maßnahmen direkt in Angriff genommen werden. „Es galt, einen Ausgleich zwischen den fünf Gemeindeteilen zu schaffen“, so Hinrichs. Um Hooksiel den Zusammenschluss doch noch schmackhaft zu machen, hatten Land und Landkreis weitreichende Zusagen zur touristischen Entwicklung gemacht – auf die gleiche Unterstützung pochte auch Horumersiel-Schillig. „Was hat das alles an Kraft gekostet...“, sagt Hinrichs.

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