WANGEROOGE - Das Umweltministerium in Hannover hat nochmals darauf hingewiesen, dass eine Vertiefung des Fahrwassers zwischen Wangerooge und Harlesiel aus Kostengründen nicht infrage kommt. Laut Machbarkeitsstudie des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) würde ein Ausbau des Fahrwassers auf drei Meter Tiefe für weitgehend tideunabhängigen Schiffsverkehr rund 11,6 Millionen Euro kosten, hinzu kämen jährliche Unterhaltungskosten von 550 000 Euro.
Laut Ministerium besteht zudem Einvernehmen mit NLWKN und Nationalpark-Verwaltung, dass eine Tiefe des Fahrwassers nur bis maximal 2,25 Meter naturverträglich und rechtskonform sei. Eine weitere Vertiefung bedürfe eines Planverfahrens, da dann auch der Leitdamm ausgebaut werden müsste (dieNWZ
berichtete mehrfach).Eine Ausbaggerung des Fahrwassers von zweimal 20 Zentimetern hatte der frühere Umweltminister Hans-Heinrich Sander im Juli 2009 der Insel Wangerooge versprochen. Laut Ministeriumssprecherin Inka Burow bezog sich das auf Erreichen des „bestmöglichen Unterhaltungszustands“. „Unter dem ,denkbar tiefsten Unterhaltungszustand‘ ist dabei der Unterhaltungszustand mit einer durchgängigen Fahrwassertiefe von NN -2,25 m zu verstehen“, erklärte sie auf Nachfrage.
Und genau das fordert seit Jahren auch die Gemeinde Wangerooge: Dass das Fahrwasser durch Unterhaltungsbaggerei zumindest konstant auf eine Tiefe von 2,25 Meter gebracht wird. Doch zuletzt wurde – so bestätigt auch das Ministerium – 2009 gebaggert. „Weitere Zusagen hat es nicht gegeben“, betont die Ministeriumssprecherin.
Als Grund dafür, dass selbst die notwendige Unterhaltungsbaggerei in der Fahrrinne seit fast drei Jahren unterblieben ist, nannte das Ministerium jetzt fehlende Kapazitäten: Seit Herbst 2010 sei die Unterhaltung der Außentiefs „nur eingeschränkt möglich“, da der NLWKN seit Aussonderung eines Stromräumboots im Sommer 2010 keine ausreichenden Kapazitäten mehr besitze, um die Unterhaltungsarbeiten selbst zu erledigen.
Das einzige landeseigene Stromräumboot „Hooge-Hörn“ liege zudem in der Werft. „Sobald der Werftaufenthalt beendet ist, wird das Außentief turnusgemäß wie in jedem Frühjahr wieder geräumt“, betont Inka Burow.
Das Fahrwasser nach Wangerooge hat eine Unterhaltungstiefe von 2,25 Meter. Das zu betonen und darauf hinzuweisen, dass eine tiefere Ausbaggerung zu teuer und nicht möglich sei, wird das Ministerium in Hannover nicht müde.
Passiert ist seit Jahren im Fahrwasser gar nichts: Zurzeit hat es an den meisten Stellen keineswegs die vom Land betonte Unterhaltungstiefe von 2,25 Meter.
Mehr als erstaunlich ist, dass nach knapp drei Jahren, in denen nichts passiert ist, festgestellt wird, das Land habe nicht die Baggerkapazitäten. Das sind doch wirklich an den Haaren herbeigezogene Argumente.
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