WANGEROOGE - Frieslands CDU-Bundestagsabgeordneter Hans-Werner Kammer hatte sich schon kurz vor dem letzten Wintersturm einen Eindruck von den teilweise dramatischen Abbrüchen an Wangerooges Schutzdünen gemacht. Damals hatte er seinen Parteifreunden auf der Insel versprochen, in Berlin bei Ministerien und Entscheidungsträgern mehr Inselschutz einzufordern.
Am Montag reiste er zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Georg Schirmbeck (CDU) erneut auf die Insel. Schirmbeck ist Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags und Berichterstatter für die Haushaltsmittel des Landwirtschaftsministeriums, zu denen u. a. die Bundesmittel für den Küstenschutz gehören. Gemeinsam mit den CDU-Ratsherren Jürgen Wiebach, Josef Mende und dem stellvertretenden Kurdirektor Wilhelm Janssen begutachteten sie die Gefährdungsstellen und Abbruchkanten.
Schirmbeck betonte, dass die norddeutschen Bundesländer schon seit Jahren auf verstärkte Küstenschutzmaßnahmen drängen. Seltsamerweise seien in den 90er Jahren die bereitgestellten Mittel nie ausgeschöpft worden. Selbst 2007 wurden 5 Millionen Euro von den insgesamt 615 Millionen Euro, die für Maßnahmen des Küstenschutzes und der Förderung des ländlichen Raums zur Verfügung standen, nicht abgerufen. Von den 615 Millionen Euro standen ca. 100 Millionen für Küstenschutzmaßnahmen bereit. Darin enthalten waren auch entsprechende Landesmittel.
In einem Gespräch mit dem für den Küstenschutz zuständigen Bundesminister, Horst Seehofer, haben Kammer und Schirmbeck schon die erforderliche Verdoppelung der Haushaltsmittel eingefordert. Beide machten aber auch deutlich, dass die Verantwortlichen auf der Insel auch die Landesregierung zu verstärkten Schutzmaßnahmen auffordern müssen. „Hans-Heinrich Sander wird die Notwendigkeit bestimmt einsehen“, sind sich beide sicher.
Kein Verständnis zeigten Kammer und Schirmbeck angesichts der Zuständigkeitsquerelen bezüglich der Harle- und Hafenausbaggerung. „Dieses Verzögern ist nicht nachvollziehbar“, betonte Kammer. Neben dem Inselschutz wird Hans-Werner Kammer auch dieses Thema Ende Mai mit dem niedersächsischen Umweltminister Sander besprechen.
Weitere Themen waren aber auch die Bedenken auf der Insel gegen den Offshore-Windpark Nordergründe und der Bau des Jade-Weser-Ports. Schirmbeck berichtete, dass der Betreiber des Hafens Oakland in den USA einen Kooperationspartner in Deutschland suche. Oakland zählt zu den vier größten Häfen der Welt. Bei seinem Besuch in Oakland habe er als Kooperationshafen den Jade-Weser-Port ins Gespräch gebracht.
