Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Marcel Fangohr Auf Wangerooge Neuer Bürgermeister braucht erst mal eine Wohnung

Wangerooge - Am Horizont schieben sich am frühen Abend Containerschiffe entlang, unten am Strand genießen Urlauber und Einheimische einen herrlichem Sommertag auf Wangerooge, dösen im Strandkorb oder spazieren am Wasser entlang.

Auf der Promenade werden Salate, Fischteller und kühles Bier serviert – und drinnen in der Gemeinde- und Kurverwaltung geht Marcel Fangohr nervös auf und ab. Gerade werden die Stimmen zur Stichwahl der Bürgermeisterwahl auf der Insel ausgezählt. Mitbewerberin Tina Mißmahl ist noch nicht zu sehen. Sie ahnt vermutlich schon, dass das nicht ihr Abend wird.

Kuss und Schulterklopfen

Etwa eine Stunde später ist klar: Der 36-jährige Verwaltungsfachmann Marcel Fang­ohr aus Osteel bei Norden gewinnt die Stichwahl. Er ist neuer Bürgermeister auf Wangerooge. Seine Lebensgefährtin Rieke Klaassen gratuliert als erste mit einem Kuss. Auch die Eltern und Großeltern sind da, umarmen den künftigen Verwaltungschef. Händeschütteln und Schulterklopfen seiner Unterstützer und der Wahlkampfmannschaft. Auch einige Urlauber, die mitbekommen haben, dass auf ihrem Urlaubs-Eiland gewählt wird, gratulieren dem neuen Chef im Rathaus. Unbekannterweise.

Notwendig geworden war die Bürgermeisterwahl auf Wangerooge, weil Bürgermeister Dirk Lindner im Januar unerwartet gestorben war. Acht Bewerber von der Insel und vom Festland gingen für Parteien oder als Einzelkandidaten ins Rennen, der Wahlkampf lieferte sogar Schlagzeilen für den überregionalen Boulevard.

455 Stimmen für Marcel Fangohr und 242 Stimmen für Tina Mißmahl – das ist deutlich. Draußen in der Abendsonne auf der Strandpromenade wird der neue Bürgermeister mit Gewinnerlächeln vor Strandkörben, Nordsee und den Schiffen am Horizont abgelichtet. Die unterlegene Tina Mißmahl kommt mit einem Blumenstrauß dazu, gratuliert, wünscht Fangohr gutes Gelingen.

Gerne hätte sie sich mit ihren Ideen für die Insel eingesetzt. Die Wähler haben anders entschieden. Sie ist geknickt, das überspielt auch ihr Lächeln im Sonnenschein nicht.

Mitte Juli – angedacht ist der 16. – soll Marcel Fangohr als Bürgermeister ins Amt eingeführt werden, „möglichst, wenn auch alle Ratsmitglieder da sind“, sagt die Ratsvorsitzende Bärbel Herfel (CDU). Sie wünscht dem neuen Bürgermeister viel Glück und ein glückliches Händchen für alle anstehenden Aufgaben.

Nun soll Ruhe einkehren

Am wichtigsten sei dem Rat, dass nun wieder Ruhe einkehrt in der Verwaltung. „Die Verwaltungsmitarbeiter haben in den vergangenen Monaten sehr gelitten. Wir wünschen uns sehr, dass die Atmosphäre nun wieder so gut wird, dass alle vernünftig arbeiten können“, sagt Bärbel Herfel.

Der neue Bürgermeister bringe einiges mit, was zur Personalführung notwendig und wichtig sei. „Wir müssen ihm ausreichend Zeit geben, um das zu bewältigen“, sagt Herfel: „Und wir wollen dem neuen Bürgermeister Marcel Fangohr bei allem helfen, was möglich ist.“

Da gibt es tatsächlich jetzt schon etwas: Marcel Fangohr zieht nun sehr bald auf die Insel – und als Bürgermeister braucht er nun erst mal eine Wohnung auf Wangerooge.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Kommentar
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump verlässt den Gerichtsaal des Strafgerichts in Manhattan

URTEIL GEGEN DONALD TRUMP Ein vorbestrafter Präsident?

Fridemann Diederichs Büro Berlin
Die Unfallstelle: Am Bahnübergang Liethe erinnerten ein Holzkreuz und Grablichter an das tragische Unglück, bei dem ein 52-jähriger Rasteder ums Leben kam.

NACH TÖDLICHEM BAHNUNFALL IN RASTEDE Anklage erhoben gegen Bahnsicherungsposten

Frank Jacob
Rastede
Klaus-Peter Wolf

KOLUMNE Romanfigur Rupert rettet Leben

Klaus-Peter Wolf
Ostfriesland
Auf dem früheren Real-Gelände in Norden soll ein Edeka-Markt entstehen. Dafür wird das frühere Real-Gebäude zum Teil abgerissen.

BEBAUUNGSPLAN IN ABSTIMMUNG Edeka-Neubau in Norden verzögert sich erneut um Monate

Aike Sebastian Ruhr
Norden
Völlig zerstört: Die Aufnahme aus dem Jahr 1986 zeigt die   St. Georgen Kirche, dahinter die Wallgärten (Kuhweide)- und die Wohnblöcke vom Friedenshof .

KIRCHE ST. GEORGEN VOR ABRISS GERETTET Oldenburg und das Wunder von Wismar

Thomas Husmann
Oldenburg