WANGEROOGE - Es war ein weiter Weg, bis das Rosenhaus wurde, was es heute ist. Aber er hat sich gelohnt: Das Nationalpark-Haus Wangerooge ist nach 20 Jahren fest etabliert und niemand möchte es mehr missen. So konnte Hausleiterin Silke Schmidt zum Festakt neben den ehemaligen Leitern Dietmar Grote, Dr. Isolde Wradzidlo und Regine Leicht auch Bürgermeister Holger Kohls, Umweltminister Hans-Heinrich Sander, Landrat Sven Ambrosy, Peter Südbeck (Nationalparkverwaltung), Holger Buschmann (NABU) und Mathias Heckroth (Mellumrat) begrüßen.
Besonders erfreulich war, dass viele ehemalige FöJ-ler, Praktikanten und Zivildienstleistende zur Geburtstagsfeier anreisten. Silke Schmidt genoss den einzigartigen Blick in die Menge, denn „so etwas erlebt man nur einmal“.
Bürgermeister Kohls dankte allen ehemaligen und jetzigen Mitarbeitern dafür, dass sie das Rosenhaus zu einem touristischen Aushängeschild für Wangerooge gemacht haben. „Die Bildungs- und Informationsarbeit ist herausragend, was durch 40 000 Besucher jährlich bestätigt wird“, sagt er. Im Nationalpark-Haus werde aufgezeigt, dass das Wattenmeer ein einzigartiger Naturraum ist, dessen Bedeutung nun mit dem Titel des UNESCO-Weltnaturerbes international anerkannt wurde. Kohls machte aber auch deutlich, dass die Gemeinde sich weiterhin vehement gegen die küstennahen Offshore-Windparks und die Kohlekraftwerke wehren wird.
Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags sei die Gemeinde finanzielle Verpflichtungen eingegangen, die durch ihre angespannte Finanzlage auf Dauer nicht im gegenwärtigen Umfang zu leisten sei. Das finanzielle Engagement des Landes müsse erheblich steigen, damit das Rosenhaus über 2011 hinaus erhalten bleiben könne, forderte der Bürgermeister. „Die Verpflichtung durch das Weltnaturerbe ist auch eine des Landes“, so Kohls.
Umweltminister Hans-Heinrich Sander machte deutlich, dass zum Erfolg viele beigetragen haben – neben den Mitarbeitern und der Gemeinde Wangerooge die Nationalparkverwaltung, NABU und Mellumrat. Die Verbindung zwischen Tourismus und Natur sei im Rosenhaus vorbildlich gelungen, lobte Sander. Nun gelte es, das Weltnaturerbe Wattenmeer international bekannt zu machen: „Das Prädikat ist Herausforderung für künftige Generationen in der gesamten Welt“. Die finanzielle Förderung der Häuser müsse langfristig gesichert werden. „So lange ich Umweltminister bin, wird kein Nationalpark-Haus geschlossen“, versicherte er.
Frieslands Landrat Sven Ambrosy würdigte das Rosenhaus als Einrichtung, in der die Besucher viel mitnehmen, „denn nur was wir kennen, können wir auch schützen“.
Peter Südbeck von der Nationalparkverwaltung betonte die Funktion der Nationalpark-Häuser als Repräsentanten des Naturraums Wattenmeer. Im Rosenhaus sei mit dem Medienlabor auf einmalige Art gelungen, Jugendliche dort abzuholen, wo sie sich tatsächlich befinden: Inmitten einer Medienlandschaft.
Den sehr guten Ruf des Rosenhauses betonte Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU. Egal wo er hinkomme, spreche man über die sehr gute Arbeit auf Wangerooge. „Wir sind stolz, dass der NABU von Anfang an dabei war“.
Silke Schmidt ging in ihrer Rede auf die anfängliche Ablehnung des Nationalpark-Hauses ein. „Bei der Eröffnungsfeier 1989 wurde drinnen gefeiert, und draußen demonstriert“, erinnerte sie. Schnell habe es der damalige Leiter Dietmar Grote geschafft, das Rosenhaus in das Leben der Insel einzubauen. Enge Kooperationen mit beiden Schulen wurden geschlossen und Rosenhausfeste gefeiert. Viele Dinge, die Wangerooger Schulkinder im Rosenhaus erarbeitet haben, sind noch heute Bestandteile der Ausstellung.
Die Leiterin des Nationalpark-Hauses hat auch Wünsche für die Zukunft: Das Rosenhaus muss grundlegend saniert werden. Den Eingangsbereich möchte sie umgelegt und ein größeres Büro eingerichtet haben. „Die 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in 20 Jahren 714 500 Gäste begrüßt und bei 15 000 Veranstaltungen mehr als 300 000 Teilnehmer betreut“, ließ Silke Schmidt eindrucksvolle Zahlen sprechen.
Umrahmt wurde die Feier von „De Wangeroogers“ und den „SchippRatz“, die es sich nicht nehmen lassen wollten, dem Geburtstagskind ihre Ständchen zu bringen.
