WANGEROOGE - WANGEROOGE/US - Wenn künftig in der zur Mehrzweckhalle umgestalteten Wangerooger Tennishalle regelmäßig kulturelle Großveranstaltungen und Partys mit mehreren hundert Besuchern stattfinden, dann muss auch die Zuwegung für Versorgungs- und – vor allem – Rettungsfahrzeuge sichergestellt sein.

Die Frage, wie das am besten zu bewerkstelligen ist, beschäftigte den Bauausschuss des Insel-Rats in seiner Sitzung am Montagabend. Eine endgültige Lösung wurde noch nicht gefunden. Sicher scheint aber, dass eine mögliche Feuerwehrzufahrt durch den Teichgarten vom Tisch ist. Viele Insulaner hatten befürchtet, dass die schmucke Parkanlage durch eine neue Zufahrt zerschnitten werden könnte.

Bisher wurde der Fußweg zur Tennishalle mehr oder weniger stillschweigend als Versorgungs- und Rettungsweg genutzt. Das Brandschutzgesetz sieht nach Angaben des Bauausschussvorsitzenden und ehemaligen Wangerooger Gemeindebrandmeisters Jürgen Wiebach aber eine drei Meter breite und bis zu neun Tonnen belastbare Zufahrt vor. Diesen Ansprüchen werde der Fußweg nicht gerecht. Mit Blick auf die neue Nutzung der Halle sei die alte Zuwegung nicht mehr zu verantworten.

Der Bauausschuss empfahl, für die jetzt beginnenden Umbauarbeiten an der Tennishalle und den benachbarten Neubau des Kinderspielhauses eine Baustellenzufahrt über die Straße zum Westen am Bielefelder Haus vorbei zur Tennishalle anzulegen. So könne Rücksicht auf die Touristen im Inseldorf und an der Strandpromenade genommen werden, die möglichst wenig von den Bauarbeiten mitbekommen sollen.

Offen ist noch, ob diese Baustellenzufahrt dann als Rettungs- und Versorgungsweg weiter genutzt wird. Als Alternative stand im Bauausschuss ein Ausbau des jetzigen Fußweges zur Debatte. Diese Variante ermögliche eine direkte Zufahrt über die Anton-Günther-Straße zur Mehrzweckhalle. Rettungsfahrzeuge wären bei einer Einsatzfahrt zur Tennishalle auf diesem Weg etwa zwei Minuten schneller als über die rückwärtige Zufahrt. „Gerade bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall können diese zwei Minuten lebenswichtig sein“, gab Jürgen Wiebach zu bedenken.

Dazu komme, dass die Mehrzweckhalle einen repräsentativen Zugang benötige. Es sei nur schwer vorstellbar, dass das neue kulturelle Zentrum der Insel für die Gäste nur über einen notdürftig angelegten Fußweg erreichbar ist, sagte Wiebach.

Probleme bereitet allerdings die Finanzierung dieser Ausbau-Variante. Der Ausbau des Fußweges ist derzeit nicht Bestandteil des Etats für die Umgestaltung der Tennishalle.

Auch die Löschwasserversorgung der neuen Mehrzweckhalle war Thema im Bauausschuss. Die Gemeinde soll jetzt Angebote für einen Tiefbohrbrunnen einholen. Damit könnte eine unabhängige Löschwasserversorgung für das gesamte Areal gesichert werden.