Wangerooge - Es bleibt beim Grundstückstausch zwischen der Gemeinde Wangerooge und dem Landkreis für den sozialen Wohnungsbau. Allerdings soll das Mietshaus nicht auf dem Gelände hinter der alten Grundschule gebaut werden. „Würden wir dieses Grundstück weggeben, würden wir uns finanziell deutlich verschlechtern“, sagt Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr.

Kurzfristig hatte er deshalb jetzt den Gemeinderat zur Sitzung zusammengerufen. Das Ergebnis: Statt des Grundschulgeländes bietet die Insel-Gemeinde dem Kreis das Grundstück Siedlerstraße 39 für die Fläche der ehemaligen Rettungswache an der Richthofenstraße an.

Hintergrund ist, dass der Landkreis das frei werdende Grundstück Richthofenstraße durch die Wohnungsbau Friesland mit dem Standard-Mehrfamilienhaus bebauen lassen will, wie es schon in Schortens und Jever steht. Doch sowohl Anlieger der Richthofenstraße als auch die Insel-Politik sehen die geplante Bebauung dort als zu hoch und zu massiv an. Deshalb hatte der Landkreis die Gemeinde aufgefordert, eine Grundstücksalternative zu nennen, damit man tauschen könne.

Die Gemeinde hatte zunächst den Bereich hinter der alten Grundschule ins Auge gefasst. „Aber von den Bodenrichtwerten her passt es nicht: Die Fläche bei der Schule ist 400 000 Euro wert, das Grundstück Richthofenstraße 250 000 Euro“, sagte Fangohr. Da der Landkreis die Differenz nicht zahlen würde, wurde ein neues, gleichwertiges Grundstück gesucht.

Dabei geriet die Siedlerstraße 39 in den Blick von Rat und Verwaltung: Auf der Fläche direkt am Flugplatz steht eine Baracke, auf die verzichtet werden kann. Mit einem Grundstückswert von 260 000 Euro liegt man zudem dicht an den vom Landkreis angesetzten 250 000 Euro für die Fläche Richthofenstraße.

Mit dem Ja des Rates kann Fangohr nun in weitere Gespräche mit dem Landkreis und der Wohnungsbau Friesland gehen. Die Wohnungsbau-Gesellschaft will sämtliche anstehenden Grundstücksangelegenheiten – unter anderem auch in der Gemeinde Wangerland – noch in diesem Monat vom Tisch bekommen.

„Wir sind uns einig, dass wir sozialen Wohnungsbau auf der Insel fördern wollen“, berichtete Fangohr aus dem Rat. Das Gebäude passe gut an die Siedlerstraße – „denn dort ist die geplante Höhe ohnehin erlaubt“. Hinzu komme, dass der Wohnblock das Eingangstor zum Dorf vom Flugplatz her aufwertet.

In der Sitzung wurden gleich noch drei weitere Grundstücksangelegenheiten beschlossen: Die Gemeinde wird vom Land für 7500 Euro das Teilstück Siedlerstraße zwischen Sportplatz/Rettungswache und Mutter-Kind-Kurheim samt Grünstreifen kaufen. „Wir wollen das Stück Weg sanieren“, sagte Fangohr.

Für 6000 Euro erwirbt die Gemeinde überbaute Fläche am Regenrückhaltebecken Richthofenstraße: „Dort wurde vor Jahrzehnten schon über die Grenze gebaut – das ist dem Land jetzt aufgefallen“, so Fangohr. Mit dem Kauf – enthalten ist ein Stück Kleingarten – wird das nun bereinigt.

Und damit bei starkem Regen das Wasser im südlichen Dorf nicht mehr aus den Gullys sprudelt, kauft die Gemeinde dem Land für 30 000 Euro den Hauptgraben zum Schöpfwerk ab. Geplant ist, ihn im Oktober/November zu vertiefen, damit das Wasser schneller wegfließen kann.