WARDENBURG - 3130 Euro sind in Deutschland eine Menge Geld, in Kenia sogar fast ein Vermögen. Mit der Summe, die Wardenburger Everkampschüler vor den Sommerferien für ein Afrika-Projekt in Nairobi gesammelt haben, kann das Kinderheim „The Nest“ in Kenias Hauptstadt Nairobi eine zusätzliche Krankenschwester ein ganzes Jahr lang bezahlen. Und genau das soll jetzt passieren: Die Vorsitzende des Oldenburger Fördervereins „Tunza Dada“ (Kisuaheli: „Der kleinen Schwester helfen“), Angela Kunz, hat bei einem Besuch in der Everkampschule am Donnerstag mit großer Freude die Spende offiziell in Empfang genommen.
Der Trägerverein unterstützt seit Mitte der 90er-Jahre das von der Deutschen Irene Baumgartner geleitete Kinderheim in Nairobi. Die Situation hat sich durch die gewaltsamen Unruhen in dem afrikanischen Staat nicht nur für die Einheimischen, sondern auch die Helfer vor Ort verschlechtert. „Viele Felder sind zerstört oder wegen des Bürgerkriegs nicht bearbeitet worden“, schildert Kunz die Lage. Die Kosten für Grundnahrungsmittel und Energie seien bereits drastisch gestiegen und drohten im Herbst regelrecht zu explodieren. Dadurch wächst auch die finanzielle Belastung des 80 Straßenkinder betreuenden Heims.
Lehrerin Ute-Christine Köstler, die an der Everkampschule das Projekt maßgeblich vorangetrieben hat, ist überzeugt, dass durch konkrete Beispiele wie die Kosten der medizinischen Grundversorgung oder Ernährung bei den deutschen Schülern ein Verständnis für die Probleme afrikanischer Familien geweckt werden kann. „Die Bereitschaft zu helfen, war ungemein groß“, freut sie sich. Da die Everkampschule auch in den kommenden Jahren das Heim in Nairobi unterstützen möchte, denkt Köstler bereits über ein neues Thema nach – den Umgang mit Nahrungsmitteln und einen Vergleich der Mengen, die Menschen in Deutschland und der Dritten Welt zur Verfügung stehen.
