Oldenburg - Gelöst und locker wie selten bei einer Podiumsdiskussion war die Stimmung auf der Bühne des Stadthotels Eversten. Beim ersten NWZ -Bürgerforum für den Wahlkreis Oldenburg-Nord/West der Landtagswahl zeigten sich die hiesigen Kandidaten unter der Leitung der beiden NWZ -Stadtredaktionsleiter Michael Exner und Jasper Rittner in guter Form und den vielen angesprochen Themen gewachsen.
Angesprochen auf den ungewöhnlichen Wahltermin im Januar meinte Niewerth-Baumann lapidar: Die Niedersachsen seien „wetterfest“, und ein kurzer Wahlkampf reiche aus. Krogmann fand den Termin weniger lustig: Man hätte auch schon im Herbst wählen können. „Die Regierung muss die Wähler nicht vom Wählen abhalten.“
Interessant waren die Äußerungen zur im Jahr 2004 aufgelösten Bezirksregierung. Krogmann gestand ein: „Ich vermisse sie. Wenn wir in die Regierung kommen wollen, müssen wir vier Landesbeauftragte für Niedersachsen installieren.“ Van der Ploeg entgegnete, es sei darum gegangen, Bürokratie abzubauen; die Region müsse trotzdem gestärkt werden. Große Einsparungen durch die Schließung der Mittelbehörde konnte Frick indes nicht entdecken, und Michels klagte: „Das war schon ein Verlust für die Region.“
Etwas länger beschäftigte das Podium die Frage nach den Studiengebühren, die an Niedersachsens Hochschulen erhoben werden. Niewerth-Baumann war klar für die Beibehaltung dieser Gebühr. Man sehe in Nordrhein-Westfalen, was bei deren Abschaffung geschehe: „Die Studienbedingungen werden schlechter.“ Van der Ploeg war ihrer Meinung, denn „warum soll eine Arzthelferin einem Oberarzt das Studium mitfinanzieren?“. Krogmann aber kündigte an, eine SPD geführte Regierung werde diese Zahlung abschaffen: „Die Gebühr grenzt viele Menschen vom Studium aus.“ Für Frick stand derweil fest, dass „Studiengebühren unsere Hochschulen vernichten“. Schon jetzt würden überproportional viele niedersächsische Abiturienten in Bundesländern studieren, in denen keine Studiengebühr erhoben werde. Michels warb dafür, die Gebühr müsse „sofort weg“. Er wisse aus eigener Erfahrung, dass die Hochschulen von den Einnahmen kaum profitierten.
