WASHINGTON - Der Druck auf den inhaftierten IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, zurückzutreten, wird immer stärker. Am Mittwoch verlor der Franzose den Rückhalt der USA, des wichtigsten IWF-Geberlandes. Strauss-Kahn sei „offensichtlich nicht in der Lage“, den Währungsfonds zu lenken, sagte Finanzminister Timothy Geithner. Selbst wenn der in New York festgehaltene „DSK“ gegen Kaution freigelassen werden sollte, dürfe er höchstwahrscheinlich die Stadt nicht verlassen und werde daher seinen Verpflichtungen als IWF-Chef nicht nachkommen können, hieß es in US-Zeitungen.

Einen Nachfolgekandidaten haben die USA bislang nicht ins Spiel gebracht. Die französische Finanzministerin Christine Lagarde gilt als heiße Kandidatin. Aber auch Entwicklungs-und Schwellenländer melden angesichts ihres wachsenden Gewichts in der Weltwirtschaft Anspruch auf den Spitzenjob an. Deutschland will in der Debatte keinen Druck machen und die Personalfrage dem Währungsfonds überlassen.

Die USA fordern dagegen eine Übergangslösung für den wichtigen Posten.

Unterdessen wird die Lage für den inhaftierten IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn immer prekärer. Hinter Gittern steht der Franzose rund um die Uhr unter Beobachtung, um einen Suizid zu verhindern. Er sitzt im berüchtigten Rikers Island Gefängnis in einer Einzelzelle und hat keinen Kontakt zu Mithäftlingen. Wachleute schauen alle 15 bis 30 Minuten in seine Zelle.

Er war am Sonnabend wegen des Verdachts einer versuchten Vergewaltigung festgenommen worden. Sein mutmaßliches Opfer will in einem Prozess aussagen.