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NWZonline.de Nachrichten Politik

Sanders schafft eigene Kanäle

30.07.2019

Washington Bernie Sanders ist nicht glücklich über die Medien – also schafft er sich seine eigenen. Als der Präsidentschaftsbewerber eine Vorschau auf eine geplante Rede zu seinem Lieblingsthema Gesundheitsreform geben wollte, wandte er sich nicht an herkömmliche Zeitungen oder Sender. Stattdessen trat er in „The 99“ auf, einer Live­stream-Show seiner Wahlkampagne, die auf verschiedenen Portalen – darunter die Gaming-Plattform „Twitch“ – gesehen werden kann.

Als provisorisches Studio dient ein einzelnes Zimmer mit einem langen Holztisch und Sanders-Plakaten an der Wand. Hier ließ sich der 77-jährige Senator aus Vermont interviewen – von Wahlkampfmanager Faiz Shakir.

Der Livestream ist Teil eines Kommunikationsnetzwerkes, das eigens zur Wahlwerbung für Sanders aufgebaut wurde. Hintergrund ist anscheinend Frust über die traditionellen Medien, die dem Kandidaten und dessen Ideen nach Auffassung des Sanders-Lagers nicht genügend Aufmerksamkeit schenken. „Wir schätzen unsere Freunde in den Elite-Medien“, sagt Shakir. „Aber sie widmen sich nicht häufig den Fragen, die arbeitenden Amerikanern am Herzen liegen.“

Sanders bewirbt sich nach 2016 zum zweiten Mal um die demokratische Spitzenkandidatur, und das diesmal in einem Feld mit mehr als 20 Konkurrenten und vielen ganz frischen Gesichtern. Da ist es für den alten Polit-Haudegen schwerer, die Medien für sich zu interessieren, als es im Vorwahlrennen vor vier Jahren war: Damals hatte sein Clinch mit Hillary Clinton viele Schlagzeilen produziert.

„Ich glaube, Bernie Sanders hatte sich an das Ausmaß von Medienaufmerksamkeit gewöhnt, die ein frisches Gesicht, das sich mit dem Establishment anlegt, normalerweise erhält“, sagt Kathleen Hall Jamieson, Direktorin des Annenberg Public Policy Center der Universität von Pennsylvania. Jetzt denke er, dass er dieselbe Aufmerksamkeit erhalten sollte wie 2016, „und wenn nicht, muss mit der Presse etwas nicht stimmen“.

Rebecca Katz, eine demokratische Strategin in New York, sieht es so: Was am meisten für Sanders spreche, sei seine Beständigkeit, „dass er sich für etwas einsetzt, für das er sich immer eingesetzt hat“, sagt sie. Genau darin aber liege ein Problem: „Er sorgt nicht für neue Nachrichten, sondern wiederholt sie.“

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