WASHINGTON - Zwei Jahre nach seiner umstrittenen Freilassung aus einem schottischen Gefängnis liegt der Lockerbie-Attentäter Abdelbaset al-Megrahi offenbar im Sterben. Wie der US-Sender CNN berichtete, fand ein Reporter des Senders den Krebskranken am Sonntag in seinem Haus in Tripolis. Dort werde al-Megrahi von seiner Familie versorgt. Er falle immer wieder ins Koma, benötige Sauerstoff und hänge am Tropf. Der schwer krebskranke al-Megrahi war aus schottischer Haft entlassen worden, weil ihm Ärzte eine Lebenserwartung von damals nur noch wenigen Monaten bescheinigt hatten.

Bei dem Attentat auf eine Boeing 747 der US-Fluggesellschaft PanAm über dem schottischen Lockerbie waren 1988 insgesamt 270 Menschen gestorben – darunter viele Amerikaner. Al-Megrahi ist der Einzige, der jemals dafür zur Rechenschaft gezogen wurde.

Seine Freilassung, die von der schottischen Regionalregierung und der Labour-Regierung in London vor gut zwei Jahren betrieben wurde, war auf massive Kritik in Großbritannien und den USA gestoßen. Großbritanniens Premierminister David Cameron, seit einem Jahr im Amt, hat wiederholt erklärt, er halte die Freilassung für falsch. Bis zuletzt hielten in Großbritannien und den USA die Forderungen nach einer erneuten Inhaftierung an.