WASHINGTON - Knapp vier Monate nach Osama bin Laden ist US-Medien zufolge in Pakistan ein weiterer Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida getötet worden. Eine ferngesteuerte US-Drohne habe die angebliche Nummer zwei der Organisation, den Libyer Atiyah Abd al-Rahman, getroffen. Al-Rahman sei bereits am 22. August in dem pakistanischen Stammesgebiet Waziristan an der Grenze zu Afghanistan ums Leben gekommen, meldeten der US-Sender FoxNews und die „New York Times“ unter Berufung auf US-Regierungsquellen. Von dort hieß es, Al-Kaida sei damit ein empfindlicher Schlag versetzt worden.

Al-Rahman galt als Nummer zwei nach Aiman al-Sawahiri, der nach dem Tod Bin Ladens Al-Kaida-Chef wurde. Die „New York Times“ schreibt, der Libyer sei im vergangenen Jahr zum Top-Planer des Terrornetzes von Osama bin Laden aufgestiegen. In den Monaten vor dem Tod Bin Ladens hätten beide in engem Kontakt gestanden, hieß es aus US-Geheimdienstquellen. Bin Laden habe sich auch auf Al-Rahman verlassen, um Botschaften an andere Führer des Terrornetzes zu übermitteln. Al-Rahman soll auch Kontakt zu einer Düsseldorfer Islamisten-Gruppe gehabt haben.

„Der Spiegel“ berichtete unterdessen, einer der noch flüchtigen Mitverschwörer der Terroranschläge vom 11. September 2001, der Hamburger Said Bahaji, sei heute in wichtiger Funktion für Al-Kaida tätig. Nach Aussagen mehrerer Szene-Aussteiger arbeite Bahaji für Al-Kaidas Medienabteilung Al Sahab, die die Propagandavideos der Organisation erstellt, heißt es weiter. Bahaji sei als Sprecher und Verantwortlicher für die Technik tätig.