Washington - Vier Tage vor dem eigentlich geplanten Erscheinungsdatum lag am Freitag das brisante Trump-Enthüllungsbuch „Feuer und Zorn“ in den Buchläden – trotz der juristischen Versuche von US-Präsident Donald Trump, das Werk des Autors Michael Wolff zu stoppen. Am Donnerstagabend hatte Trump in einem Tweet aus seiner Wut über die zumeist unvorteilhaften Schilderungen keinen Hehl gemacht: Der Autor habe „null Zugang“ von ihm erhalten, wetterte er – obwohl Journalisten, Mitarbeiter und der Autor dies ganz anders sehen. Und: Es sei „voll von Lügen, Falschdarstellungen und nicht existierenden Quellen“, schrieb Trump.
Doch pikante Details aus dem Buch dürften die Debatte in den kommenden Tagen dominieren – zusammen mit der von einigen Medien wie dem „New York Magazine“ oder „CNN“ nun neu aufgeworfenen Frage, ob denn Trump überhaupt amts- oder zurechnungsfähig sei. So zitiert Wolff beispielsweise eine E-Mail von Trumps Chef-Wirtschaftsberater Gary Cohn, der an Vertraute geschrieben haben soll: Der Präsident sei „ein von Clowns umgebener Idiot. Trump weigert sich zu lesen – weder Hausmitteilungen noch Hintergrund-Memos, nichts.“ Und: „Er steht mitten in Treffen mit anderen Spitzenpolitikern aus der Welt auf, weil ihm langweilig ist. Und seine Mitarbeiter sind nicht besser.“ Glaubt man dem Autor, so haben Kabinettsmitglieder Trumps mittlerweile den Eindruck, dass dessen intellektuelle Defizite den Fakt eines Leseunwillens oder sogar der Leseunfähigkeit weit überschreiten. Außenminister Rex Tillerson sei zu dem Schluss gekommen, Trump sei ein „Dummkopf“. Finanzminister Steven Mnuchin habe ihn gar intern als „Idioten“ bezeichnet. Und Ex-Chefstratege Steve Bannon habe gesagt: „Er hat den Verstand verloren.“
Diese Zitate stützen die ebenfalls von Wolff vertretene Annahme, dass Trump eigentlich nie wirklich Präsident werden wollte, nach dem Sieg entsetzt gewesen sei und nur vorhatte, die Bewerbung als PR-Maschinerie für sein Unternehmensgeflecht zu nutzen.
Es geht aber in dem Buch auch um Vorgänge mit massivem politischen Sprengstoff. So habe Trump beim Formulieren einer Stellungnahme zu dem umstrittenen Treffen von Trump-Sohn Donald jr. und Schwiegersohn Jared Kushner mit einer russischen Anwältin im Trump-Tower im Juni 2016 die Devise ausgegeben: Es dürfe öffentlich nur davon gesprochen werden, dass es um Fragen der Adoption russischer Kinder gegangen sei. Das Trump-Team soll bei dem Treffen hingegen an negativen Details zur demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton interessiert gewesen sein.
