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NWZonline.de Nachrichten Politik

Wahlkampf in den USA: Warum Trumps Vorsprung schmilzt

30.10.2020

Washington Im Juli 2017 gab US-Präsident Donald Trump eine viel beachtete Rede in der Stadt Lordstown im Bundesstaat Ohio. Diese Stadt zählt zum sogenannten „Rust Belt“ in den USA – jener Region, die sich von New York durch den Mittleren Westen zieht und die mit verlassenen und rostenden Fabrikanlagen für den Niedergang der Industrie in diesem geografischen Gürtel steht. Trump sprach damals vor Arbeitern einer General Motors-Anlage, über der seit Längerem Schließungsgerüchte schwebten. Der Kernsatz des Präsidenten in seinem ersten Amtsjahr war damals: „Verkauft eure Häuser nicht, die Jobs werden überall zurückkommen.“

Versprechen gebrochen

Im Frühjahr 2019 verkündete der Autokonzern das Aus für die Lordstown-Fabrik. Rund 1400 Arbeiter, die den Worten Trumps vertraut hatten, verloren ihre Jobs in der Stadt. Viele von ihnen mussten ihre Häuser verkaufen. Auch im Bundesstaat Wisconsin – wie Ohio ein für den Wahlausgang traditionell bedeutender „Swing State“ – hielt der Präsident seine Versprechen nicht. Rund 13 000 neue Arbeitsplätze sollten dort durch eine Produktionsanlage des Apple-Zulieferers Foxconn geschaffen werden. Das Projekt beschäftigt derzeit gerade einmal 300 Menschen, und die weitläufige Fabrik steht überwiegend leer. Wenn Donald Trump am 3. November die Wahl verliert, liegt es auch an den gebrochenen Zusagen im „Rust Belt“. Trump hatte beispielsweise bei dieser „Blue collar“-Wählerschicht in Wisconsin 2016 noch 30 Prozentpunkte vor Hillary Clinton gelegen. Heute ist dort dieser Vorsprung gegenüber Joe Biden auf fünf Prozent geschrumpft.

Bill Clinton prägte einst den Satz: „It`s the economy, stupid!“. Am Ende gewinnt jener Kandidat, der dem Wähler geeigneter erscheint, Jobs und Wohlstand zu bringen. In diesem Jahr muss natürlich die Coronavirus-Pandemie als entscheidender Faktor genannt werden. Bei einem Trump-Sieg würde es fraglos eine Fortsetzung der „America first“-Strategie geben.

Ende für das Erdöl

Und wenn Joe Biden siegt? Die US-Bürger wissen bereits, was dann auf sie zukommt. Der Demokrat will mit seiner Energiepolitik ein schnelles Ende fossiler Brennstoffe wie des Erdöls. Er will zudem die Steuerkürzungen Trumps revidieren, indem er die maximale Steuerlast bei fast 40 Prozent festschreibt und gleichzeitig die Unternehmenssteuern von derzeit 21 Prozent auf 28 Prozent erhöht. Diese Maßnahmen könnten, so fürchten Experten, eine Erholung der Konjunktur vom Corona-Schock verlangsamen.

Friedemann Diederichs Korrespondentenbüro Washington
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