Brettorf - An der Bahnstrecke Delmenhorst-Hesepe gibt es im Landkreis Oldenburg drei Bahnhöfe. Sowohl Wildeshausen als auch Brettorf sind geschichtsträchtig: Sie stammen aus der Anfangszeit der Bahn, dem Jahr 1898. In Ganderkesee wurde das Gebäude erst in Nachkriegszeit errichtet. Wenn es nach Dierk Garms (FDP), Vorsitzender des Dötlinger Finanz- und Wirtschaftsausschuss, ginge, wäre in Brettorf ein Neubau denkbar. Er stellte bei der Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschuss am Donnerstagabend massiv in Frage, ob eine geplante Sanierung für 148 200 Euro sinnvoll sei.
„Wir sollten uns sehr überlegen, ob wir das machen“, äußerte er massive Kritik an der Empfehlung des Bauausschusses, in die energetische Sanierung zu investieren. „Da können wir das Gebäude gleich abreißen und ein neues hinsetzen.“ Trotz seines mehrfachen Einsatzes für seine Position: Niemand anders sprach sich am Donnerstagabend für die Option „Abrissbirne“ aus. Auch der Vorschlag von Garms, das Thema zunächst ein Jahr zu schieben und die Kosten für einen Neubau zu ermitteln, überzeugte die Ausschussrunde nicht.
Ralf Spille (CDU) entgegnete: „Das ist kein Gebäude, das mal eben so weggerissen werden sollte. Es ist ein prägendes Gebäude für Brettorf.“ Diesen ideellen Wert gelte es zu bedenken. Spille verwies auch auf den Bedarf der Gemeinde an Unterkünften. Aktuell sind seit einigen Wochen Asylbewerber im Bahnhof untergebracht.
Bauamtsleiter Uwe Kläner berichtete, dass es sich der Bauausschuss mit der Beratung dieses Themas nicht leicht gemacht habe, „Es gibt einen akuten Sanierungsbedarf beim Dach“, so Kläner. Daher sei die Überlegung aufgekommen, auch gleich energetische Maßnahmen mit anzupacken. Die Dachdämmung und die Außenfassade, einschließlich Sockelbereich, könnten im Gesamtpaket untergebracht werden. „Es soll seinen historischen Charakter wieder erhalten unter neuesten energetischen Gesichtspunkten“, skizzierte Kläner die Stoßrichtung des Bauausschusses.
Auf Nachfrage von Anke Spille (CDU) versicherte Kläner, dass nach dieser Außensanierung „für Jahre Ruhe“ wäre. Schließlich sei das Gebäude innen immer unterhalten worden. Sowohl Britta Puttkammer (SPD) als Gabriele Roggenthien (Grüne) sahen nach diesen Ausssagen keinen Grund mehr, dem Wunsch von Garms nach Schieben des Projektes zu folgen. Das Geld bleibt im Etat.
