Hannover - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat in seiner Neujahrsansprache an den gestorbenen Ex-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (CDU) und dessen Einsatz für Flüchtlinge erinnert. „Er hat einmal darauf hingewiesen, dass Nächstenliebe oder auch Solidarität doch nicht nur den Menschen der eigenen Nation gewährt werden können“, sagte Weil nach einem vorab verbreiteten Redemanuskript. „Diese Einsicht ist heute aktueller denn je und deswegen bedanke ich mich vor allen Dingen bei den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die ganz praktisch Flüchtlingen helfen, die zu uns kommen.“ Albrecht hatte 1978 entschieden, vietnamesische Flüchtlinge in Niedersachsen aufzunehmen.

Als Schwerpunkt der Landespolitik bezeichnete Weil die Herausforderungen des demografischen Wandels der Gesellschaft mit deutlich weniger jungen Menschen. „Deswegen haben wir die Schulzeit an den Gymnasien wieder um ein Jahr verlängert, wir haben die Studiengebühren endlich abgeschafft und wir sorgen für eine dritte Betreuungskraft in allen Krippengruppen“, sagte der SPD-Politiker.

Für Niedersachsen sei 2014 insgesamt ein gutes Jahr gewesen, meinte Weil. Dabei erinnerte an die Feiern in Hannover 25 Jahre nach Öffnung der innerdeutschen Grenze, an den Nobelpreis für den Göttinger Wissenschaftler Stefan Hell und das Gesetz über die erneuerbaren Energien. Weltweit betrachtet sei 2014 dagegen ein schwieriges Jahr gewesen. „Ich kann mich an kaum ein Jahr erinnern, in dem es so viele internationale Krisen gegeben hat“, betonte Weil in seiner zweiten Neujahrsansprache als Ministerpräsident.