Edewecht/Friedrichsfehn - Der Kinder-, Jugend- und Sozialausschuss des Edewechter Gemeinderates wird sich in der öffentlichen Sitzung an diesem Montag, 23. Juni, ab 18 Uhr im Rathaus erneut mit einer überraschenden Entwicklung im Betreuungsbereich von Kindern beschäftigen: Wie berichtet ist der Bedarf an Kindergartenplätzen in Friedrichsfehn derart gestiegen, dass zum neuen Kindergartenjahr im Sommer derzeit zehn Plätze mehr benötigt werden als vorhanden sind.

Das habe, so führte Petra Knetemann vom Fachbereich Bildung, Bürgerservice und Soziales bei der Gemeinde aus, mit den Zuzügen von Familien mit Kindern im neuen Baugebiet „Am Staatsforst Wildenloh“ zu tun. Das Interesse an Bauland sei dort so riesig gewesen, dass erstmals die schärfsten Kriterien der Gemeinde für Grundstücksvergaben zum Zuge gekommen seien und Familien mit Kinder bevorzugt wurden.

In seiner Sitzung im Mai hatte sich der Kinder-, Jugend- und Sozialausschuss bereits dafür ausgesprochen, das Problem „Mehrbedarf an Kita-Plätzen“ kurzfristig zu lösen. Für eine zeitlich begrenzte Zeit solle im Bewegungsraum der Friedrichsfehner Krippe eine Kindergarten-Kleingruppe untergebracht werden (die Entscheidung darüber fällt der Rat am 30. Juni).

Weil nach Angaben der Verwaltung das Baugebiet „Am Staatsforst Wildenloh“ noch nicht komplett bezogen sei, die Gemeinde am Fuhrkenschen Grenzweg ein weiteres Baugebiet ausgewiesen habe und darüber hinaus auch in anderen Teilen Friedrichsfehns Zuwächse zu verzeichnen seien, müsse man mit einem weiteren Bedarf an Kita-Plätzen rechnen. Die Verwaltung erarbeitete mehrere Vorschläge und favorisiert selbst einen Anbau an die vorhandene Krippe. Angesichts der hohen Anbau-Kosten von 580 000 Euro (ohne Mobiliar und Außenanlagen) hatte der Ausschuss in der jüngsten Sitzung genaue Zahlen über die Entwicklung des Betreuungsbedarfs von Kindern in allen Bauerschaften und Hauptorten sowie weiteren Beratungsbedarf gefordert.

Für die Sitzung diesen Montag wurde das Zahlenmaterial zusammengestellt. Die Verwaltung hat darüber hinaus ihren Vorschlag konkretisiert. An die Kinderkrippe Friedrichsfehn solle ein neuer Anbau für eine weitere Krippengruppe und eine Kindergartengruppe entstehen. Den weiteren Krippenraum wolle man deshalb schaffen, weil nach Auffassung der Verwaltung der Bedarf an einer Betreuung von Kindern unter drei Jahren gerade im Zuzugsort Friedrichsfehn weiter steigen werde. Frauen wollten vielfach ein Jahr nach der Geburt ihres Kindes wieder berufstätig werden oder müssten es. Den Kindergartenbereich in der Krippe solle man, sofern er nicht mehr benötigt werde, später auch für die Krippe nutzen können.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede