Hannover - Trotz schriftlicher Einladungen per Post geht die Teilnahmequote von Kindern an den Früherkennungsuntersuchungen in Niedersachsen zurück. Mit mehr als 90 Prozent liegt das Niveau nach Angaben des Gesundheitsministeriums aber deutlich über den Werten vor 2010, als es noch keine schriftlichen Einladungen gab.
Demnach wurden 2014 rund 91 Prozent der 25 269 Einladungen für die U5 bis U8 wahrgenommen, 2013 und 2012 waren es noch rund 93 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Einführung der Einladungen lag die Quote bei knapp 86 Prozent. Bundesweit nahmen laut Robert-Koch-Institut zwischen 2009 und 2012 etwa 82 Prozent der 7- bis 13-Jährigen an allen U-Untersuchungen teil.
Die Einladungen umfassen in Niedersachsen einen Antwortteil, mit dem der Arzt dem Landessozialamt die Teilnahme bestätigt. Fehlt diese Bestätigung, erinnert die Behörde die Eltern erneut. Nur wenn dies wieder ohne Rückmeldung bleibt, wird die zuständige Kinder- und Jugendhilfe informiert. Die Behörde prüft dann je nach Einzelfall, ob sie sich einschaltet.
Bundesweit sind die Früherkennungsuntersuchungen unterschiedlich geregelt. Während Eltern in Niedersachsen seit April 2010 für die U5 (6. bis 7. Lebensmonat) bis zur U8 (46. bis 48. Lebensmonat) nur eine Einladung erhalten, ist die Teilnahme in Bayern und Baden-Württemberg verpflichtend.
Wenn es nach dem Willen der Bundesregierung geht, sollen die Untersuchungen künftig bis zum 18. Lebensjahr möglich sein. „Dadurch können neue Untersuchungen im Grundschul- und Jugendalter eingeführt werden“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Eine verbindliche Teilnahme ist nicht geplant.
