Hude - Fassungslos stehen Horst Linnemann, Horst Karger und Heinz Weißgerber vor einem Baugrundstück an der Heinrichstraße 25. Ein Radlader stapelt große Betonplatten aufeinander. Pflastersteine türmen sich neben der Einfahrt auf. Zwischen ihnen: drei stattliche Eichen.

„Ich schätze mal die sind bestimmt 70 oder 80 Jahre alt“, sagt Horst Linnemann. „Mindestens“, ergänzt Heinz Weißgerber. Beide sind Ratsherren in der Gemeinde Hude, Linnemann in der CDU-Fraktion, Weißgerber bei den Grünen. Sie gehören zwar unterschiedlichen Parteien an aber in dieser Sache sind sie sich einig: Was hier passiert, ärgert sie gewaltig.

Aufmerksam auf den Zustand gemacht hatte die beiden ein Anwohner: Horst Karger. „Ich bekomme ja quasi täglich mit, was hier vor meiner Haustür passiert“, so der Huder. „Die Bäume werden einfach zugepflastert.“

Für die Bauarbeiten der „anspruchsvollen Stadtvilla“, wie auf dem Schild am Zaun des Grundstücks zu lesen ist, wurde anfangs Erde abgetragen und anschließend mit den Pflasterarbeiten begonnen. „Ich habe alles dokumentiert“, sagt Horst Karger und zeigt einige Fotos. „Die Bauarbeiter sind bis an die Saugwurzeln heran gegangen. Auch verwenden sie Beton- statt Rasengitterstein. Wie sollen die Bäume jetzt noch Wasser bekommen?“

Das Bauunternehmen Büssing, verantwortlich für die Planung des Grundstücks, kann die Aufregung indes nicht verstehen. „Im Prinzip haben wir nichts anderes getan, als die Bauherren vor uns“, so Otto Büssing. Auch die Flächen der Vorgängerbauten seien bereits versiegelt gewesen, und das habe den Eichen bisher all die Jahre nichts ausgemacht, meint der Bauunternehmer.

„Außerdem tauchen die Eichen in keinem Baumkataster auf. Wir hätten sie auch fällen können, entschieden uns aber dagegen, als die Gemeinde Hude uns darum bat“, so der Bauunternehmer. Das Gefälle des Grundstücks sorge zudem „für eine ausreichende Wasserzufuhr“, ist sich Büssing sicher.

„Als Ratsherr ist es mir wichtig, die Naturdenkmäler in Hude zu erhalten“, so Linnemann, der das Sterben der Eichen befürchtet. „Mehrmals habe ich diesbezüglich schon Kontakt zur Gemeinde aufgenommen, bisher ohne Erfolg.“