Ramsloh - Gespannt sitzen die Gäste auf ihren Plätzen im Pfarrheim St. Jakobus. Wilhelmine Espeter vom Arbeitskreis Saterfriesisch begrüßt sie kurz und dann geht es auch schon los. Sieben kleine Saterfriesen aus dem Kindergarten St. Jakobus in Ramsloh treten nach vorne und präsentieren den Gästen, was sie schon so alles auf Seeltersk gelernt haben. Sie singen und erzählen unter anderem wie alt sie sind, wie sie heißen und wie die Zahlen von eins bis zehn auf Saterfriesisch heißen.

Sichtlich begeistert zeigten sich am Dienstagvormittag die Mitglieder der plattdeutschen Gruppe aus Leer. Zusammen mit ihrem Gründer, dem deutsch-amerikanischen Sprachwissenschaftler und Ehrenbürger der Gemeinde Saterland, Dr. Marron C. Fort, waren sie ins Saterland gekommen. Bei der gemütlichen Runde im Pfarrheim dabei waren auch vom Arbeitskreis Saterfriesisch Elisabeth Immer und Maria Hüntling sowie Erzieherin Heidi Albers.

„Wir haben extra Sachen zum Zeigen ausgesucht, die die Gäste aus Leer auch verstehen können“, sagte Wilhelmine Espeter. Teilweise hätten sie das Gesprochene auf Seeltersk auch verstanden, bestätigten die Gäste. Und wenn, fungierte Fort, der Leiter der Arbeitsstelle „Niederdeutsch und Saterfriesisch“ an der Universität Oldenburg war, als Übersetzer. „Ich bin beeindruckt davon, dass sich die Aussprache der Kinder verbessert hat“, sagte Fort. Es sei sehr wichtig, Minderheitensprachen weiter zu sprechen und zu lernen, um sie zu erhalten. Zu diesen gehöre sowohl Platt wie auch Seeltersk.

So treffe sich die Gruppe aus Leer, die aus etwa 20 Personen bestehe, jeden Dienstagvormittag in Leer, um plattdeutsch zu sprechen. Die Themen, so Fort, seien unterschiedlich. Jeden vierten Dienstag im Monat würde es sich aber um ein religiöses Thema drehen. „Wir versuchen auch, gelegentlich Ausflüge zu machen, wie der heute“, sagte der Sprachwissenschaftler. „Manchmal habe auch wir Besucher bei uns“, sagte Anneliese Kroon, die zusammen mit Herbert Kroon der Gruppe aus Ostfriesland angehört.

Nach den Vorführungen der Kinder tauschten sich die Saterfriesen und Ostfriesen noch bei Kaffee, Tee und Schnittchen aus. Später besichtigten die Leeraner das Moor- und Fehnmuseum in Elisabethfehn. Und auch dort blieb man der plattdeutschen Sprache treu. Denn die Führung fand „op platt“ statt.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland