Oldenburg - Die SPD hat ihre Hochburg unverändert im Norden, die CDU kann sich auf das Altenheim St-Josef im äußersten Süden verlassen. Die Tops und Flops der Parteien weisen keine großen Ausreißer auf.

Die SPD hat ihr bestes Ergebnis wie schon 2008 im Schulzentrum Ofenerdiek (Bezirks 404) erzielt und ihren Anteil noch von 42,7 auf 48,6 Prozent gesteigert. Eine Steigerung ist auch der CDU in ihrer Hochburg gelungen: Im Altenheim St. Josef Bümmerstede (501) ging’s rauf von 41,3 auf 43,7 Prozent. Am schlechtesten schnitt die Union mit 18,2 Prozent in der BBS III (109) ab. Vor fünf Jahren war’s mit 18,5 das Neue Gymnasium (104). Die Sozialdemokraten floppten traditionell beim GUV (204), diesmal immerhin mit 25,8 Prozent. 208 waren es nur 17,3.

Die Grünen hatten ihr Top-Ergebnis mit 30,6 Prozent im Edith-Ruß-Haus (203), ihren Flop im Awo-Haus am Flötenteich (412) mit 9,8 Prozent. 2008 waren sie im Neuen Gymnasium (104) oben (32,7) und im Altenheim St. Josef (501) unten (7,6).

Die Freidemokraten hatten ihr bestes Ergebnis im Altenzentrum Tübinger Straße (411) mit 18,1 Prozent, die Linken im Seniorenzentrum Breewaterweg (506) mit 10,6 Prozent und die Piraten mit 5,9 Prozent im Büsingstift (205).

Freude über den Erfolg, Respekt vor der Aufgabe: Susanne Menge (52), die über die Landesliste in den Landtag einzieht (und 20 Prozent Erststimmen in Mitte/Süd holte), sieht einen besonderen Politikstil hinter dem Erfolg ihrer Partei in der Stadt: „Die Grünen stehen für offene Diskussionen, deren Ergebnisse mit uns dahin gelangen, wo entschieden wird“.

Sie habe in diesem Zusammenhang in Oldenburg bei den Diskussionen im Wahlkampf quer durch alle Altersgruppen gespürt, dass Menschen über Verantwortung nachdenken, sagte Menge der NWZ : „Wachstum wird in Frage gestellt, es wird diskutiert, ob immer mehr Wohlstand zufrieden macht – wir haben keine fertigen Antworten, greifen diese Debatten aber auf“. Ein großes Thema sei die industrielle Landwirtschaft, „die mit Ressourcenschutz nichts mehr zu tun hat“.

Als Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit definiert sie „Bildung und Bahn“. Die Umgehungstrasse sei noch nicht bei allen in Hannover angekommen, selbst Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel habe bei seinem Besuch in Oldenburg kaum Detailkenntnis gehabt: „Das sehe ich auch selbstkritisch, da ist noch viel zu erledigen“, so Menge. Sie hoffe, dass die CDU-Landtagsfraktion (wie die Oldenburger Union) mitziehe: „Man muss sich nichts vormachen, die CDU hat Kontakte in die Ministerien und nach Berlin.“

Beim Thema Bildung gehe es darum, möglichst viele junge Menschen bestmöglich auszubilden: „Niedersachsen braucht gute Leute, sonst entscheiden andere über uns.“ Das gelte auch für Oldenburgs Schwerpunkt erneuerbare Energien. Studiengebühren müssten weg, damit Studienwillige nicht weiter wegziehen. Aus eigener Erfahrung wisse sie (Menge ist Lehrerin), dass Hierarchien und konkurrierende Abteilungen in Ministerium und Landesschulbehörde „Fortschritte erschweren“. Das müsse sich ändern – wie die Lehrerausbildung: „Wir sortieren gute Leute aus, die am Ende fehlen.“ Es sei ein Alarmzeichen, wenn im Oldenburger Studienseminar zunehmend Referendare psychisch belastet seien.