Wesermarsch - Hat die CDU auf Bundesebene noch deutlicher verloren als die SPD, war es im Landkreis Wesermarsch anders herum. Bei den Zweitstimmen lag die CDU trotz eines Minus von 3,9 Prozentpunkten erstmals vor der SPD (minus 6,3 Prozentpunkte), wenn auch nur knapp: 16 581 Zweitstimmen – und damit 344 mehr als die SPD – erhielt die CDU von den Bürgern der Wesermarsch. Prozentual reichte das für 0,7 Prozentpunkte Vorsprung.
Bei den Erststimmen hatte Susanne Mittag zwischen Nordenham und Lemwerder allerdings die Nase vorn: 18 167 Stimmen versammelte die SPD-Abgeordnete auf sich (36,3 Prozent), 17 046 Astrid Grotelüschen (34,0 Prozent). Die CDU-Kontrahentin punktete vor allem im Landkreis Oldenburg mit einem Plus von 5140 Stimmen. Das konnte Mittag in ihrer Heimatstadt Delmenhorst trotz 1956 Stimmen Vorsprung nicht mehr wett machen.
Christina-Johanne Schröder (Grüne) hatte in ihrer Heimatgemeinde Berne erwartungsgemäß das beste Ergebnis. Die 12,3 Prozent Erststimmen halfen dabei, landkreisweit auf 8,2 Prozent zu kommen, deutlich mehr als die Grünen Zweitstimmen gewinnen konnten (7,6 Prozent). Für ein Mandat reichte es allerdings nicht.
Hat es die FDP bundesweit nicht geschafft, drittstärkste Kraft zu werden, ist ihr dies im Wahlkreis (10,1 Prozent) und im Landkreis (9,2 Prozent) gelungen.
Deutlich unter ihrem Ergebnis auf Bundesebene blieb die AfD. 4189 Stimmen reichten aber immerhin zu 8,3 Prozent der Zweitstimmen und damit Rang vier in der Rangliste der Parteien. Immerhin 3887 Menschen gaben dem weithin unbekannten Direktkandidaten Herbert Sobierei ihre Erststimme.
Die Wahlbeteiligung lag mit 72,6 Prozent landkreisweit über der Bundestagswahl 2013 (69 Prozent), aber deutlich unter dem Bundeswert von 76,2 Prozent. Zudem zeigte sich im Landkreis eine weite Streuung: Am fleißigsten in die Wahllokale gestürmt sind die Jader (78,9 Prozent), knapp gefolgt von Lemwerder (78,7 Prozent) und Berne (78,6 Prozent). Am wahlmüdesten waren die Nordenhamer, hier gaben nur 68 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.
