Wesermarsch - Gelbe Kisten stapeln sich in einem Büro des Kreishauses. Immer wieder kommen neue hinzu, angefüllt mit roten Briefumschlägen, in denen sich die Stimmzettel für die Landtagswahl 2017 befinden. „Der Anteil der Briefwähler hat zugenommen“, sagt Matthias Sturm, Pressesprecher des Landkreises Wesermarsch. Die Mitarbeiter hätten alle Hände voll zu tun, diese ankommende Post zu sortieren.
Keine Verschnaufpause
Franziska Bindernagel und Daniel Pelka sind damit befasst. Es gibt kaum eine Verschnaufpause. Täglich müssen sich die beiden durch einen Berg von Briefen kämpfen. „Alles, was Briefwahl ist, wird in Brake ausgezählt“, erläutert Matthias Sturm. Dazu zähle auch die Gemeinde Rastede, nicht aber die Gemeinde Jade. Denn der Wahlkreis 71, in dem sich sechs Bewerber um ein Direktmandat bemühen, besteht aus dem Landkreis Wesermarsch ohne Jade mit Rastede.
Die Wahlkreise sollten einigermaßen gleich groß sein, damit die Direktkandidaten alle die gleiche Hürde zu meistern hätten, so der Pressesprecher zu der Neueinteilung. Daher sei Jade ausgegliedert worden und Rastede hinzugekommen.
Es gibt rund 84 000 Wahlberechtigte im Wahlkreis 71. In Nordenham gibt es beispielsweise etwa 21 000 Wahlberechtigte, in Rastede sind es 17 000, in Brake können 12 000 Bürger ihre Stimmen abgeben. Lag der Anteil der Briefwähler bei der Landtagswahl 2013 bei elf Prozent, so rechnet Matthias Sturm diesmal mit einer noch höheren Beteiligung von bis zu 10 000 Briefwählern.
Am Sonntag werden sich 58 Frauen und Männer im Kreishaus allein mit der Briefwahl befassen. Es gibt acht Briefwahl-Vorstände, um 17 Uhr gehe es los, merkt Matthias Sturm an. Es müsse zunächst kontrolliert werden, ob der jeweilige Wahlschein unterschrieben und der blaue Stimmzettelumschlag auch verschlossen ist.
Wenn ein Stimmzettel nur lose beigefügt oder der Wahlschein nicht unterschrieben ist, werde das als „Nichtwähler“ gewertet. „Die Stimme ist nicht ungültig“, betont Sturm. Ab 18 Uhr ist es dann soweit, die Stimmen werden ausgezählt – in allen drei Sitzungsräumen des Kreishauses.
Ergebnisse im Foyer
Im Foyer des Kreishauses vor dem großen Sitzungssaal werden die Ergebnisse präsentiert, die von den Städten und Gemeinden übermittelt werden. Es gibt auch eine „Plausibilitätskontrolle“, um sicherzustellen, dass die übermittelten Daten auch übereinstimmen.
Nach der Wahl mit dem vorläufigen Endergebnis werden die Niederschriften aller Städte und Gemeinden geprüft. Das endgültige Ergebnis für den Wahlkreis 71 wird am 19. Oktober verkündet.
Bis zur Wahl reißt die Flut an roten Wahlbriefen nicht ab. Sie werden nach Gemeinden und in Folge der Wahlscheinnummern sortiert, und das nicht grundlos. „Das erleichtert die Arbeit, wenn etwa ein Wahlschein kurzfristig für ungültig erklärt wird“, erläutert Matthias Sturm das System. Anhand der Nummerierung würde man dann schneller fündig. Im Kreishaus ist man vorbereitet.
Die Arbeit reißt nicht ab. Matthias Sturm wundert sich schon nicht mehr darüber, dass eine neue gelbe Kiste auf seinem Schreibtisch wartet.
