WESTERSTEDE - Wer im Alter möglichst lange im eigenen Haus bleiben möchte, ist dabei oftmals auf Hilfe angewiesen. Selbst kleine Dienstleistungen kosten jedoch Geld. Aber auch Senioren, selbst wenn sie im Rollstuhl sitzen, haben zahlreiche Fähigkeiten, mit denen sie anderen helfen könnten. Der Westersteder Verein „Daheim statt Heim“ hat deshalb in Anlehnung an andere funktionierende Modelle eine „Zeitbank“ ins Leben gerufen, die Menschen jeden Alters zusammenbringen soll und Hilfe im Alltag bietet.
Das Prinzip ist einfach, wie Heino Hinrichs vom Organisatorenteam betont: Für erbrachte Zeit können Bürger ihrerseits Hilfe in Anspruch nehmen. Jeder, der um einen hilfebedürftigen Mitbürger gekümmert hat, bekommt diese erbrachte Leistung auf einem Konto gutgeschrieben. Die Zeitwährung verfällt nicht und kann im Ernstfall sogar vererbt oder verschenkt werden. Ob Rasenmähen, einkaufen oder vorlesen: die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.
Solch eine Zeitbank und die daraus entstehenden Kontakte fördern das Gemeinschaftsgefühl und wirken der Einsamkeit im Alter entgegen, davon ist auch Gerhard Mühlena überzeugt. Auch Alt und Jung könnten so auf einer anderen Ebene Kontakt zueinander knüpfen.
„Menschlichkeit“ ist ein Stichwort, das Alfons Lohaus dazu einfällt. Das Modell sei auch eine gute Möglichkeit darüber nachzudenken, wo die Stärken jedes Einzelnen liegen. Die Zeit-Konten würden ordentlich in einer eigenen Abteilung geführt. Dort könne man Schecks abholen, abgeben und sich beraten lassen. Ein eigenes EDV-System wurde dafür entwickelt.
Nicht nur eine Versicherung wurde abgeschlossen, sondern das gesamte System auch auf rechtliche Schwachpunkte hin abgeklopft, betont Martina Steguweit-Behrenbeck. „Die Testphase kann daher beginnen.“
Die Geschäftszeiten starten am 8. Juni. Das Team ist dann jeweils mittwochs von 14 bis 15 Uhr sowie donnerstags von 17 bis 18 Uhr in der Apothekervilla, Gaststraße 4, unter Telefon 04488/ 5207289 erreichbar. „Wir legen Wert darauf, jeden Teilnehmer persönlich aufzunehmen und ihn für seine Situation optimal zu beraten“, so Steguweit-Behrenbeck.
Die Initiatoren hoffen nun auf einen regen Zulauf, damit das System möglichst bald reibungslos funktioniert. Das, da sind sich die Initiatoren einig, sei dann auch ein wichtiger Betrag zur Weiterentwicklung des Leitgedankens „Gesundheitsstadt im Grünen“.
