WESTERSTEDE - So eine schwache Wahlbeteiligung gab es im Ammerland schon lange nicht mehr: Nur 58,13 % aller Wahlberechtigten beteiligten sich. Sie stellten den großen Parteien kein gutes Zeugnis aus. Während sich die Verluste bei der SPD noch in Grenzen hielten – die Sozialdemokraten sackten allerdings unter die 30%-Marke ab – musste die CDU kräftig Federn lassen. Wahlsieger sind so gesehen die Grünen und die Linken. Besonders die Grünen dürften wohl von der kontroversen Debatte um den geplanten Bau der Küstenautobahn profitiert haben.
Für Jens Nacke standen die Zeichen am Wahlabend allerdings eindeutig auf Sieg. Er schnitt zwar nicht so gut ab wie beim ersten Versuch vor fünf Jahren, doch wirklich gefährlich werden konnte ihm die SPD-Konkurrentin Sigrid Rakow nicht. Sie verbesserte ihr Ergebnis von 2003 sogar noch.
Auf gleichbleibend hohem Niveau gingen die Liberalen aus der Landtagswahl hervor. Ihr Spitzenkandidat Dr. Georg Kolbow musste sich allerdings dem Grünen Friedrich Haubold geschlagen geben. Den Linken gelang auf Anhieb der Anschluss an die anderen kleinen Parteien. Aussichtslos hingegen der Einzelbewerber Wolfgang Greff (Weiße) aus Edewecht.
Bei der Wahlparty der CDU in Gristede kam das vorläufige amtliche Endergebnis gegen 20.30 Uhr – und erst dann nahm Jens Nacke die Gratulationen zu seinem erneuten Einzug in den Landtag entgegen. Einziger Wermutstropfen für die CDU bei den Ergebnissen aus den Gemeinden: Edewecht, wo Sigrid Rakow mehr Erststimmen erhielt als Nacke. Er buchte dies unter „Heimvorteil“ der Edewechterin ab.
Eine Zitterpartie hatte die Ammerländer SPD durchzustehen, bis am späten Abend feststand, dass ihre Landtagskandidatin Sigrid Rakow erneut in den Landtag einzieht. Enttäuscht waren viele Sozialdemokraten, die in Wiefelstede und Westerstede die Wahlergebnisse am Fernseher verfolgten, über das schlechte Abschneiden der Landes-SPD.
