Westerstede - Kaffeesteuer, Entwicklungshilfe und Schokolade aus Ghana sind Themen, die eng miteinander verknüpft sind. Das stellte sich bei einem Treffen zwischen den Mitarbeitern des Eine Welt Ladens Äquator und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Dennis Rohde in Westerstede heraus.
Übergeordnetes Thema bei dem Treffen im Verkaufsraum des Geschäftes an der Peterstraße war der Faire Handel. So interessierte sich der Bundestagsabgeordnete für verschiedene Produkte, die im Laden angeboten werden, deren Herkunft und die Bedingungen, unter denen die jeweiligen Produkte vertrieben werden.
Dass Fair gehandelt nicht gleich fair gehandelt ist, verdeutlichten die Mitarbeiter an einigen Beispielen. So sei es möglich, dass ein mit Produkt-Siegel zum fairen Handel ausgestatteter Orangensaft nur zu einem Drittel aus fair gehandelten Früchten hergestellt wurde. Andersherum zahle ein Verbraucher den gleichen Steuersatz auf Kaffee, der nachweislich unter fairen Bedingungen gehandelt wird, wie auf Kaffee, bei dem das nicht der Fall ist.
Fragen hatten aber auch die Mitarbeiter an den Politiker. „Wo fließt das Geld aus der Afrikahilfe des Bundes eigentlich hin? Und wie kann man sicherstellen, dass es bei den wirklich bedürftigen Personen ankommt“, waren zwei davon.
Dass es nicht einfach sei, solche Hilfsgelder zielgerichtet einzusetzen und zuverlässige Partner zu finden, erklärte Rohde. Problematisch sei auch, dass es Staatschefs geben würde, die kein Interesse daran hätten, ihrem Volk zu helfen und Zahlungen in die eigene Tasche stecken.
„Es gibt immer wieder schwarze Schafe, vor allem, wenn wir konkrete Projekte fördern“, berichtete Rohde weiter. Manchmal stelle sich sogar heraus, dass die Projekte gar nicht existieren, das sei aber die Ausnahme.
Wichtig für faire Bedingungen im Handel wie auch vielen anderen Bereichen seien jedoch stabile politische Bedingungen - wie das Beispiel Afghanistan verdeutlichen würde. „Das war in den 70er Jahren ein modernes Land, heute hat sich viel geändert, auch an solchen Stellen muss man für ansetzen“, so Rohde.
