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NWZonline.de Nachrichten Politik

Wetterkapriolen kein Zeichen für Klimaänderung

15.03.2013
NWZonline.de NWZonline 2015-07-22T13:02:27Z 280 158

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Wetterkapriolen kein Zeichen für Klimaänderung

Frage: Wie häufig ist ein solcher Wintereinbruch im März in Deutschland?

Friedrich: Das passiert in Deutschland vielleicht alle zehn bis 20 Jahre. Vor allem, dass wir verbreitet solche starken Schneefälle haben, das ist schon außergewöhnlich. Am Dienstagmorgen lagen östlich von Hamburg bis zu 36 Zentimeter Schnee. Später war die Mitte dran mit Schwerpunkt Rhein-Main-Gebiet. Wir hatten in Offenbach innerhalb von sechs Stunden 15 Zentimeter Neuschnee.

Frage: Woran liegt das?

Friedrich: Der Grund sind ganz extreme Temperaturunterschiede. Meteorologen nennen das eine Grenzwetterlage, das heißt wir haben eine Luftmassengrenze genau über Deutschland, die arktische Kaltluft im Norden von sehr warmer und feuchter Meeresluft im Süden trennt. Als Beispiel: Am Dienstagmorgen hatten wir in Quickborn bei Hamburg minus 19 Grad, in Kiefersfelden ganz im Süden am Nachmittag plus 13 Grad – das heißt Temperaturdifferenzen in Deutschland von knapp über 30 Grad. Das passiert nur sehr selten.

Frage: Vor wenigen Tagen war es schon sehr mild, jetzt ist es frostig. Sind solche Temperaturschwankungen im März ungewöhnlich?

Friedrich: Nein. Wir hatten letzte Woche plus 20 Grad in Düsseldorf, jetzt minus 20 Grad im Norden. Das ist eben für den März typisch. Das ist der Übergangsmonat, der Monat mit den größten Temperaturunterschieden – je nachdem, ob wir die Luft von Nordosten haben oder von Südwesten. Das ist nicht unnormal. Was jetzt unnormal ist, das ist die Konzentration dieser Unterschiede über Deutschland.

Frage: Bedeutet die März-Kälte, dass wir einen heißen Sommer bekommen?

Friedrich: Es gibt keinen Hinweis, dass man sagen könnte, das Frühjahr wird kalt oder der Sommer wird warm. Solche Regeln haben keinen wissenschaftlichen Wert.

Frage: Sagt uns der aktuelle Wintereinbruch etwas über das Klima – wird der Klimawandel dadurch vielleicht sogar abgemildert?

Friedrich: Dass wir jetzt im März eine Frostperiode haben, gehört zu den Schwankungen in der Witterung. Klimaerwärmung und Schnee im März schließen sich nicht aus. Das muss man immer genau trennen. Wir reden hier über Tage, an denen das Wetter von Großwetterlagen regional geprägt wird. Das hat nichts mit Klimaänderung zu tun.