Brüssel - Seit Jahren versucht die EU-Kommission, die Kosten der Verbraucher beim Handy-Telefonieren im EU-Ausland zu senken. Bald soll mobiles Telefonieren dort genauso günstig sein wie im Inland.

Das Zieldatum der EU-Kommission dafür lautet 1. Juli 2016. „Alle Verbraucher sollen dann die Möglichkeit haben, zu denselben Preisen wie Zuhause zu telefonieren“, sagt die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes. Einen Zwang gibt es aber nicht.

  Neue Obergrenzen gelten bereits ab 1. Juli 2014. Anrufe dürfen dann maximal 19 Cent statt bislang 24 Cent (ohne Mehrwertsteuer) kosten, eine SMS 6 Cent und Datendownloads 20 Cent pro Megabyte.

 Extragebühren für Anrufe auf dem Handy im Ausland fallen in Zukunft weg: Diese Aufschläge sollen ab dem Juli 2014 verboten sein – derzeit fallen 7 Cent an.

 Gratis-Kommunikationsdienste wie Skype, Whatsapp oder Viber sollen Mobilfunkanbieter nicht mehr blockieren oder verlangsamen dürfen. Das ist derzeit oft der Fall, ohne dass die Kunden es wissen. Erlaubt bleiben sollen aber Verträge, die Anbietern eine schnellere Datenübertragung sichern. Dies ist umstritten. Kritiker warnen vor einem Verstoß gegen die Netzneutralität.

 Für Verbraucher sind diese Nachrichten erst mal gut, weil mobiles Telefonieren und Surfen im Ausland billiger werden dürfte. Allerdings bezweifeln Experten, dass die Anbieter von sich aus auf Einkünfte verzichten. Der Verband Bitkom erwartet steigende Preise an anderer Stelle.