Ganderkesee - Kurioses Eigentor im Ganderkeseer Umweltausschuss: Obwohl bis auf Martin Brinkmann (Grüne) alle Mitglieder eine bisher geschützte Linde in Bookholzberg zum Fällen freigeben wollten, wurde die Aufhebung der Unterschutzstellung mehrheitlich abgelehnt – der Baum bleibt stehen.

Und das kam so: Bei einem Ortstermin hatte der Ausschuss festgestellt, dass die Linde auf einem Grundstück an der Nutzhorner Straße/Ecke Bargup sehr nah an einem 2008 erbauten Haus steht und es zu beschädigen droht. Die Eigentümer hatten schon zweimal beantragt, den Schutzstatus aufzuheben.

Diesem Wunsch wollte die Politik nun wohl nachkommen, aber mit Auflagen. Denn wäre das Haus weiter entfernt vom Baum errichtet worden, wäre dieser zu erhalten gewesen. „Wer plant, muss das erkennen“, tadelte SPD-Ratsherr Detlev Diepenbrock – obwohl die Linde falsch kartiert war, was die Eigentümer beanstandeten. Zudem wurden große Bohrlöcher im Stamm entdeckt: „Die Löcher hatten einen Zweck“, argwöhnte Arnold Hansen (Freie Wähler). Also sah die Beschlussvorlage vor, dass der Eigentümer fürs Fällen 3000 Euro Entschädigung zahlt.

Das sah FDP-Ratsherr Hans-Jürgen Hespe nicht ein: Sein Antrag, auf die Entschädigung zu verzichten, fand indes keine Mehrheit, ebenso der CDU-Antrag auf Ersatzpflanzungen. Da die SPD auf Entschädigung pochte, wollten CDU, FDP und UWG-Ratsherr Sackmann wiederum der Beschlussvorlage nicht zustimmen, die nur unter der Bedingung die Aufhebung des Schutzes vorsah. Ihnen verhalf Grünen-Ratsherr Brinkmann gern zur Mehrheit – er hatte sein Ziel erreicht: Die Linde bleibt erhalten. Vorerst!