Rastede - Das wichtigste Abschiebehindernis ist eine gute Integration in die hiesige Gesellschaft: Auf diese Formel lässt sich zusammenfassen, was Barbara Neander, Mitarbeiterin der Oldenburger Interkulturellen Arbeitsstelle Ibis, am Dienstagabend im Gemeindehaus am Denkmalsplatz in Rastede vortrug. Rund 40 Ehrenamtliche waren gekommen, um sich über das heikle Thema „Abschiebungen“ zu informieren. Eingeladen hatten Kirchenkreis, Diakonie und Evangelisches Bildungswerk Ammerland.

Während der Begriff „Abschiebung“ klar benenne, was die Behörden wollten, sei von „Freiwilligkeit“ bei einer so genannten „freiwilligen Ausreise“ eigentlich kaum zu sprechen. Auch freiwillig Ausreisende würden sich nur dem Zwang der Behörden beugen, aber die Art und Weise der Rückkehr in das Heimatland weitgehend selbst bestimmen.

Die Vorschriften im Aufenthaltsgesetz, das auch die Abschiebegründe festlege, seien vielfältig und effektiv nur von Juristen zu durchschauen. Unterstützer von Geflüchteten könnten helfen, dass von Abschiebung Bedrohte gut eingearbeitete Anwälte finden, die dann die rechtliche Begleitung übernehmen.

Die Ehrenamtlichen könnten vor allem dabei unterstützen, dass zwei Vorschriften des Aufenthaltsgesetzes erfüllt würden, die auf die Integration abzielen. Praktisch hieße das: Sprache lernen, zur Schule gehen, eine berufliche Ausbildung machen und arbeiten, also selbst für den Lebensunterhalt sorgen. „Wenn der Aufenthalt nach diesen Vorschriften gewährt wird, droht eben im Regelfall auch keine Abschiebung“ so die Referentin, die seit über 25 Jahren Migranten berät und begleitet.

Zu Beginn des Abends, zu dem Pastor Friedrich Henoch für die gastgebende Kirchengemeinde begrüßte, sagte die Koordinatorin der ehrenamtliche Arbeit in Rastede, Marlies Felber, dass zurzeit ca. 250 Geflüchtete betreut würden und es sich fast ausschließlich um Familien handele.