Colnrade - Der neue Rat der Gemeinde Colnrade, so viel steht fest, ist schnell. 19 Minuten brauchten die neun Mitglieder am Montagabend, da hatten sie 17 von 18 Tagesordnungspunkten abgehakt – und konnten sich der abschließenden Einwohnerfragestunde widmen. Auch die wichtigste Entscheidung des Abends war schnell getroffen: In offener Abstimmung wurde die bisherige Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann einstimmig bei einer Enthaltung (Wilkens-Lindemann selbst) für die nächsten fünf Jahre wiedergewählt.
Wie „neu“ der Colnrader Rat ist, wurde schon zu Beginn der Sitzung deutlich: Sechs der neun Ratsmitglieder waren in der vergangenen Wahlperiode noch nicht dabei und wurden nun verpflichtet. Dies sind: Wolfgang Heinzl, Geritt Lindemann, René Brehmer, Marvin Harje, Merjem Hodzic und Dr. Gerald Otto. Sie freue sich, dass auch mehrere junge Gemeindebewohner jetzt dem Rat angehören, sagte die Bürgermeisterin.
„Es wird spannend, wir haben einiges vor“, umriss Wilkens-Lindemann die Themen der nächsten Zeit. Aktuell gehe es um die Umgestaltung des Spielplatzes und die Frage, welche Straßen eine Oberflächenbehandlung erhalten sollen („Dünnschicht-Kaltausbau“). Daneben nannte sie als „große Themen“ den Breitbandausbau, die Kompensationsmaßnahmen für die geplante 380-kV-Leitung – und „Bauen in Colnrade“.
Einig waren sich die Ratsmitglieder bei den zu treffenden Personalentscheidungen. Danach wird die Bürgermeisterin künftig drei gleichberechtigte Stellvertreter haben, nämlich Uwe Beckmann, Volker Siegmann und Marvin Harje. Zum Verwaltungsvertreter wurde Uwe Beckmann gewählt.
Auf die Bildung eines Verwaltungsausschusses wird Colnrade nach einem entsprechenden Ratsbeschluss verzichten, ebenso auf die Bildung von Fachausschüssen. Fraktionen gibt es nicht, alle Ratsmitglieder zählen zur Unparteiischen Wählergemeinschaft Colnrade (UPWC).
Als Gast der Sitzung informierte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse über den angestrebten Breitbandausbau. Hier hatte es vor kurzem einen Anlauf auf Landkreis-Ebene gegeben, weitere „weiße Flecken“ bei der Versorgung mit schnellem Internet an die Datenautobahn anzuschließen. Unter Federführung des Landkreises waren Zuschüsse bei Bund und Land beantragt worden.
Mit der Entscheidung, ob die Zuschüsse bewilligt werden oder nicht, werde im Januar gerechnet, sagte Wöbse. In der Gemeinde Colnrade sei angestrebt, den Ort Colnrade und Beckstedt mit schnellerem Internet zu versorgen. Obwohl Bedarf auch in Holtorf bestehe, sei dort eine Förderung aus formalen Gründen nicht machbar.
