Wiefelstede/Metjendorf - Die Kirchengemeinde Ofen strebt offenbar an, ihre Trägerschaft für die Kindertagesstätten Heidkamp und Metjendorf (Schulweg) an den „Verbund ev.-luth. Kindertagesstätten im Kirchenkreis Oldenburg-Stadt, kurz „ekito“, zu übertragen. Das bestätigte Bürgermeister Jörg Pieper am Montag auf Anfrage eines Zuhörers in der Sitzung des Ausschusses für Generationen und Soziales. Voraussetzung sei dabei auch laut Beschluss des Kirchenrates, ein gemeinsames Einvernehmen mit der politischen Gemeinde Wiefelstede herzustellen. Allerdings seien die Rahmenbedingungen noch gar nicht geklärt, sagte Pieper. Auch Pastor Jann Weinrich von der Kirchengemeinde Ofen betonte am Dienstag auf Anfrage den Willen, dabei eine einvernehmliche Lösung gemeinsam mit der politischen Gemeinde zu finden.

„ekito“ existiert seit 1. Januar 2018. In dem Verbund sind 17 Kindertagesstätten aus den stadtoldenburger Kirchengemeinden Eversten, Ofenerdiek, Ohmstede und Osternburg zusammengeschlossen.

Pieper hatte die Politik bislang noch nicht darüber informiert. „Wir müssen zunächst die aktuellen Probleme in der Zusammenarbeit angehen“, sagte Pieper dazu. Ziel sei es, die bisherigen Strukturen innerhalb der Kirchengemeinde gemeinsam zu verbessern.

Eines der derzeitigen Probleme wurde wieder einmal in der Beratungsvorlage für den Ausschuss deutlich. Beraten werden sollte über die Haushaltsplanung 2019 für die Kindergärten Heidkamp und Metjendorf sowie die Krippe Metjendorf, die sich allesamt in Trägerschaft der Kirchengemeinde Ofen befinden. Die politische Gemeinde hat mit ihr Defizitverträge abgeschlossen und zahlt der Kirchengemeinde auf Basis ihrer jeweiligen Haushaltsplanung und der tatsächlichen Abrechnung aus dem Vorjahr eine monatliche Defizitpauschale. Da die tatsächliche Abrechnung für 2017 aber bislang nicht vorliegt, hatte die Gemeindeverwaltung unter anderem vorgeschlagen, die Pauschale ab Januar 2019 auf dem Niveau der vorliegenden Jahresrechnung 2016 zu zahlen – bis die Jahresrechnung 2017 vorliegt.

Zu einer Beratung kam es allerdings gar nicht, denn SPD-Ratsherr Ralf Geerdes stellte den Antrag, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen und es in der nächsten Sitzung des Gremiums zu behandeln. Die soll voraussichtlich im Februar 2019 stattfinden. Geerdes begründete dies mit der fehlenden Abrechnung für 2017 – und der Ausschuss stimmte ohne Diskussion mehrheitlich für eine Vertagung.

Geerdes’ Vorstoß überraschte die Zuhörer umso mehr, als SPD-Fraktionsvorsitzender Jörg Weden schon im April die Möglichkeit im Ausschuss genutzt hatte, seinen Unmut über auch damals sehr spät eingereichte Unterlagen durch die Kirchengemeinde öffentlich zu äußern. Weden reagierte denn am Dienstag auch etwas verschnupft auf die Absetzung des Themas durch seinen Fraktionskollegen, die offenbar ohne sein Wissen stattgefunden hatte. In der vorbereitenden Sitzung der Fraktion für den Ausschuss sei keine Absetzung des Themas vereinbart worden, erklärte Weden auf NWZ-Anfrage. Gerade dieser Tagesordnungspunkt hätte Gelegenheit geboten, einen kritischen Blick in die – mögliche – Zukunft der Kita-Einrichtungen zu werfen, sagte Weden.