Wien/Berlin - Der Wahlkrimi in Österreich ist entschieden: Der frühere Grünen-Chef Alexander Van der Bellen hat die Bundespräsidentenwahl knapp gewonnen. Auf den 72-jährigen Wirtschaftsprofessor entfielen 50,3 Prozent der Stimmen, teilte Innenminister Wolfgang Sobotka am Montag in Wien mit. Der unterlegene Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ, der 45-jährige Norbert Hofer, kam nach dem amtlichen Endergebnis auf 49,7 Prozent. Zwischen beiden lag eine minimale Differenz von nur 31 026 Stimmen – bei rund 4,6 Millionen abgegebenen Stimmen.
Damit steht Van der Bellen für die nächsten sechs Jahre an der Spitze der Alpenrepublik. Er löst am 8. Juli den Sozialdemokraten Heinz Fischer ab, der verfassungsgemäß nach zwei Amtszeiten ausscheidet.
Bundespräsident Joachim Gauck gratulierte Van der Bellen zu seiner Wahl. Er hob vor allem die pro-europäische Haltung seines künftigen Amtskollegen hervor. „Ich freue mich, dass Sie sich als überzeugter Europäer auch im Rahmen Ihrer neuen Aufgabe für eine starke, verlässliche und langfristig auch vertiefte Europäische Union einsetzen wollen.“
Auch aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Wahl Van der Bellens Strahlkraft für die EU. Sein Wahlerfolg sei „ein wichtiges Signal für die europäische Integration“, sagte er am Montag in Stuttgart.
