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Integration „Zeppelin“ als unverzichtbare Anlaufstelle

Wildeshausen/Ahlhorn - Der Bürgertreffpunkt „Zeppelin“ ist zu einem unverzichtbaren Anlaufpunkt für die Integration von Migranten und anderen sozial benachteiligten Familien in Ahlhorn geworden. Das hat die Kreisverwaltung im Sozial- und Gesundheitsausschuss deutlich gemacht. „Die Angebote haben sich herumgesprochen und werden gut angenommen“, sagte Sozialdezernent Jürgen Ohlhoff. Und Dr. Matthias Peiler vom Gesundheitsamt: „Die Präventionsketten haben in den vergangenen drei Jahren viel gebracht.“ Deshalb soll das Programm auch nach Ablauf des Modellprojektes Ende März fortgesetzt werden.

Frühzeitige Hilfen

Mit Präventionsketten ist die Hilfe bei der frühzeitigen medizinischen Versorgung und die frühkindliche Förderung in der Kindertagesstätte gemeint. Beides verbessert nach Darstellung des Gesundheitsamtes die Chance auf eine gute Integration benachteiligter Kinder und die Lernvoraussetzungen für die schulische Bildung. Das Gesundheitsamt hat dabei alle Kinder bis zu zehn Jahren im Auge.

Dass Hilfe notwendig ist, macht laut Kreisverwaltung die Kindergarteneingangsuntersuchung von 2019 deutlich. Nur 69 Prozent der Mädchen und Jungen hatten einen vollständigen Impfstatus. Knapp 27 Prozent wiesen motorische Störungen auf, 36 Prozent Seh- oder Hörstörungen. Nach Aussagen der Kreisverwaltung hat der Bildungsgrad der Eltern einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung und Versorgung der Kinder. Deshalb sei dauerhafte Aufklärungs- und Präventionsarbeit unerlässlich.

Die Präventionsketten müssten weiter ausgebaut werden, um möglichst alle Familien zu erreichen. Präventionsprogramme für Kleinstkinder fehlten teilweise noch. Ein Ziel für die Zukunft sei auch, weitere Schwimmstunden für Kinder anzubieten. Ein Ausbau der Spielplätze und deren Sauberkeit soll ebenfalls verfolgt werden. Das Programm „Dorfdetektive – Auf Entdeckungstour durch Ahlhorn“ soll auch fortgeführt werden.

Arnold Hansen (Freie Wähler) forderte eine Informationskampagne für mehr Aufklärung in Ahlhorn. Nach Aussagen von Marion Daniel (FDP) sollte überprüft werden, ob das Modellprojekt auf andere Gemeinden im Landkreis übertragen werden kann. Johannes Hiltner (Grüne) regte an, die einzelnen Schnittstellen in Ahlhorn stärker zu verknüpfen. „Wenn ich mit Kindern arbeite, muss ich das auch mit Erwachsenen.“ In das „Zeppelin“ sollte noch mehr investiert werden.

Das „Zeppelin“ in der Zeppelinstraße 2 hat seine Türen seit November 2018 geöffnet. Die Idee war, einen Treffpunkt zu errichten, der allen Bürgern offen steht: ob alt oder jung, neuzugezogen oder alteingesessen, mit Familie oder alleinstehend – ein Begegnungsort, an dem viele Menschen und dadurch Informationen und Fähigkeiten zusammenkommen. Angeboten werden Beratung und Unterstützung für verschiedenste Themen. Zum Teil wurden bestehende Angebote dorthin verlagert, andere wurden neu geschaffen.

Breit aufgestellt

Gegenwärtig sind dort mit den Cafés Kinderwagen und Bobbycar die „Frühen Hilfen“ des Landkreises zu Hause (für Eltern mit Kindern im Alter von eins bis drei Jahren). Ebenso die Säuglings- und Kleinkindersprechstunde des Gesundheitsamtes, die zuvor am Hans-Roth-Kindergarten angesiedelt war. Auch der Männertreff ist dort ansässig. Im „Zeppelin“ sind zudem das Café „Kunterbunt“ für Frauen und die Freiwilligenagentur „misch mit“ zu finden, ebenso die Quartiersmanagerin für das Programm „Soziale Stadt“.

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