WILDESHAUSEN - Sie sorgten mit unkonventionellen Aktionen für reichlich Gesprächsstoff in der Kreisstadt: die Aktivisten des Wildeshauser Bürgerforums „Willi wühlt“. Eines ihrer Hauptanliegen – ein Gespräch mit Bürgermeister Dr. Kian Shahidi – haben die drei führenden Köpfe Franz Bahlmann, Torsten Koschnitzke und Michael Witten am Donnerstagnachmittag realisiert. Dabei machte der Verwaltungschef den „Herrchen“ von „Maulwurf Willi“ überraschend ein Kompromissangebot.
Die Verwaltungsspitze habe sich bereit erklärt, die anhängigen Gerichtsverfahren gegen die führenden Initiatoren von „Willi wühlt“ einzustellen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Gruppe einen freiwilligen Geldbetrag an eine soziale oder gemeinnützige Einrichtung in Wildeshausen spendet, teilten Bahlmann, Koschnitzke und Witten mit. Außerdem sollte die Initiative zusichern, dass bei einer geplanten Aktivität im öffentlichen Raum vorab eine entsprechende Sondernutzungserlaubnis eingeholt wird. „Shahidi hat zugesagt, dies dann wohlwollend zu prüfen und innerhalb von 24 Stunden zu informieren“, erklärte Koschnitzke. „Er hat komplett eingelenkt.“
Der Bürgermeister bestätigte gegenüber derNWZ
den Gesprächsinhalt. „Ich würde mich freuen, wenn der nunmehr seit fast einem Jahr bestehende Streit zwischen den Beteiligten und der Stadt damit kurzfristig beendet werden könnte.“ Ihm sei Bürgerbeteiligung sehr wichtig. Allerdings müsse die Form des Protestes so gewählt werden, dass niemand beeinträchtigt werde. Unter anderem hatte die Stadt für den Abtransport des rosa-farbenen Betonhügels mit „Willi-Figur“ 297,50 Euro berechnet (dieNWZ
berichtete). Vier Ordnungswidrigkeitenverfahren sind beim Amtsgericht Wildeshausen anhängig. Shahidi sagte, aus seiner Sicht sei die angebotene Rücknahme der Klage „kein Sinneswandel“.Bahlmann, Koschnitzke und Witten erklärten, den Kompromissvorschlag des Bürgermeisters „im großen Willi-Kreis“ besprechen zu wollen. Eine Entscheidung könne schon in Kürze fallen, „damit Willi rasch wieder frei kommt“. Seit Donnerstag hat der Maulwurf „Willi“ im sozialen Netzwerk Facebook übrigens einen neuen Freund: Landrat Frank Eger.
