WILDESHAUSEN - Mit einer ungewöhnlichen „Altlast“ muss sich an diesem Donnerstag, 24. Januar, der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Wildeshausen befassen. Auf Antrag der CDU-Fraktion soll ein barrierefreier Zugang für das Gebäude Westerstraße 18 („Bäckerei Weymann“) hergestellt werden. Die Immobilie gehört dem Unternehmer und CDU-Ratsherrn Uwe Dekker. Um behinderten Mitbürgern den Zugang zu erleichtern, würde er gern auf eigene Kosten das Straßenpflaster großflächig aufnehmen und anheben. Das untersagt ihm die Stadtverwaltung.
Nach Angaben des Café-Inhabers, Heinrich Weymann, beschweren sich seine Kunden seit langem über die Stolperkante (die NWZ berichtete). Doch der geplanten Lösung, ein Anheben der Außenpflasterung, stimme Bürgermeister Dr. Kian Shahidi nicht zu. Er befürchte einen „Welleneffekt“. Ein Absenken des Fußbodens in dem Haus Baujahr 1931 sei dagegen technisch nicht möglich, so Weymann.
Hausinhaber Dekker wies darauf hin, dass bereits in dem Bauantrag, den die ehemalige Besitzerin gestellt hatte, das Anheben der Pflasterung geplant worden war. Aufgrund von „Verfahrensfehlern“ sei es aber nicht zu der der Nivellierung gekommen. Nach einer Anfrage im Verwaltungsausschuss sei entschieden worden, die Angelegenheit öffentlich im Bauausschuss zu diskutieren, so Dekker. Dazu sei es aber nicht gekommen, weil der Bürgermeister im Herbst 2007 seine Zustimmung zu der Maßnahme verweigert hatte. Nun folge ein weiterer Anlauf.
Weiterhin befasst sich der Fachausschuss ab 18 Uhr im Stadthaus mit dem geplanten Ausbau der Heilstättenstraße und der möglichen finanziellen Beteiligung der Anlieger sowie der Aufstellung des Bebauungsplanes 39.9 im Gewerbegebiet „Vor Lüerte“. Ein weiteres Thema wird auf Antrag der Fraktionen von CDU und SPD die Nachnutzung des Bahnhofsgeländes sein. Dazu sollen Kostenschätzungen zur Bestandserhaltung sowie zum Bau einer WC-Anlage mit Behinderten-WC vorgelegt werden.
