WILDESHAUSEN - Eine fröhliche Gruppe von Litauerinnen und Deutschen machte sich am Dienstag einen Eindruck vom Wildeshauser Kreisaltenheim. Durch das Haus führte dabei Heimleiter Hermann Dirks sieben Mitarbeiterinnen eines Altenheims im litauischen Marijampole.
Bei seiner Führung war es Dirks vor allem wichtig, die kleinen Wohnbereiche im Kreisaltenheim zu zeigen. „Wir wollen weg von großen Wohneinheiten mit großen Essenssälen“, sagte er. Gerade diese kleinen Einheiten waren es auch, die Stase Pozarskiene am meisten interessierten. Sie ist die Leiterin des litauischen Altenheims und holte sich in Wildeshausen Anregungen für die Renovierung ihres Hauses. „Das war sehr interessant“, erklärte Pozarskiene, „ich habe mir schon überlegt, wo wir so etwas einrichten können.“
Der Hintergrund des ungewöhnlichen Besuchs ist eine enge Verbindung des litauischen Altenheims mit Wildeshausen und Langförden (Vechta). Das Pflegeheim in Marijampole wurde nämlich vor 15 Jahren mit Spendengeldern der Frauengemeinschaft aus Langförden gebaut. Die Pflegemittel organisierte damals Rolf Lambertz von der Kolpingsfamilie mit der inzwischen aufgelösten Litauenhilfe. Lambertz nahm am Dienstag ebenfalls am Besuch des Kreisaltenheims teil.
Inzwischen ist in direkter Nachbarschaft zu dem älteren Pflegeheim in Litauen auch ein neues entstanden, in dem 56 behinderte und alte Menschen von 26 Mitarbeiterinnen versorgt werden Nach 15 Jahren ist nun allerdings das Haus, das mit deutschen Spenden erbaut worden war, dringend sanierungsbedürftig. „Die sanitären Einrichtungen, die Haustechnik und die Zimmer müssen renoviert werden“, meinte Stase Pozarskiene. Zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen besuchte sie am Dienstag neben dem Kreisaltenheim auch das Alexanderstift und das Johanneum, um Anregungen für die Renovierung zu bekommen.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch für die Gruppe aus Marijampole: Für die Renovierung wird ein Betrag von rund 200 000 Euro veranschlagt, der bislang nur zu einem Drittel vom litauischen Staat abgedeckt wird. Hierzu führte Pozarskiene bereits Gespräche mit Litauens Ministerpräsidenten Andrius Kubilius. „Es ist wegen der Krise eine schwierige Situation“, meinte sie.
