WILDESHAUSEN - Das Marinemusikkorps Nordsee überzeugte bei zahlreichen Adventskonzerten im Wildeshauser Rathaussaal schon oft mit seinem musikalen Repertoire. Am Freitag auf dem Gildeplatz überraschten die Musiker unter der Leitung von Fregattenkapitän Lutz Bammler mit einer Premiere: Anlässlich einer feierlichen Übergabezeremonie auf dem Gildeplatz spielten sie erstmals das „Wildeshauser Lied“.
„Wir fühlen uns hier im Familienkreis“, verriet Oberstleutnant Jürgen Prandtner mit Blick auf die gelebte Partnerschaft zwischen der Stadt Wildeshausen und des Luftlandeunterstützungsbataillons 272. Obwohl sich die Bundeswehr im September 2006 nach 45 Jahren aus dem Garnisonsstandort „körperlich abgemeldet“ habe, nehmen die Bürger weiterhin Anteil am Geschehen in der Truppe – ob Hochwassereinsatz an der Elbe oder die schwierige Mission in Afghanistan. Auch den Appell auf dem Gildeplatz verfolgten neben zahlreichen Ehrengästen viele Bürger.
Oberst Peer Luthmer, stellvertretender Kommandeur der Luftlandebrigade 31, nahm Prandtner das Kommmando des Bataillons 272 ab und übertrug es Oberstleutnant Klaus Engel. Der 45-Jährige war zuletzt im Verteidigungsministerium tätig. Luthmer lobte die Führungsstärke Prandtners, der Dezernatsleiter im Streitkräfteunterstützungskommando wird.
Bürgermeister Dr. Kian Shahidi sagte auf dem mit Fallschirmen und Transport-Lastwagen ausstaffierten Gildeplatz, Prandtner habe dem Bataillon seinen Stempel aufgedrückt. Er habe die Verständigung zwischen Bürgern in Zivil und Bürgern in Uniform gelebt und sich um das Wohl Wildeshausens verdient gemacht. Obwohl das Bataillon 272 mittlerweile in Oldenburg sowie am Großstandort Seedorf (Samtgemeinde Zeven) untergebracht sei, werde die Patenschaft weiter gepflegt.
Beim Empfang im Rathaussaal bedankte er sich im Namen der Stadt mit einem 30 Kilo schweren Marmorstein bei Prandtner. Beschenkt wurde auch dessen Ehefrau Karin und die Töchter Anja (11) und Björn (8). Weil das Familienleben oft litt, überreichte die Führungsriege der 272 einen Gutschein für einen Aufenthalt in Soltau.
Auch Prandtner hatte Präsente mitgebracht: So überreichte er Shahidi einen Stander mit dem Bataillonswappen. „Wir sind immer ihr Partner“, betonte der Offizier unter Hinweis auf die enge Verbindung von Bundeswehr und Kreisstadt. Unter den Gästen weilten hochrangige Vertreter wie Brigadegeneral Kurt Helmut Schiebold, Chef der Heereslogistik sowie Prandtners Vorgänger Sven Korweslühr und Dietmar Werstler. Auf eine weitere Premiere auf dem Gildeplatz mussten sie aber verzichten: Der Transporthubschrauber, der eigentlich Fallschirmspringer absetzen sollte, flog wegen der Wetterlage über die Köpfe der Besucher hinweg.
