WILDESHAUSEN - Zum ersten Mal als König ist Vivien Rollie dabei. Die Siebenjährige hat sich als Caspar verkleidet. Er soll Weihrauch zur Krippe Jesu gebracht haben. Ihre große Schwester Pia-Tabea (11) hat dagegen als Sternsinger längst Routine: „Ich bin schon zum neunten Mal dabei“, erzählt sie. Gemeinsam mit Fenja Schlegel (als Melchior) und Hanna Arkenberg (als Balthasar) gehören sie zu den Wildeshauser Sternsingern, die am Freitag von Haus zu Haus ziehen und den Menschen Segenswünsche überbringen. Im Stadthaus wird die Gruppe von Wilfried Johannes, Leiter des Fachbereichs Bau, in Vertretung von Bürgermeister Dr. Kian Shahidi empfangen.

„Friede für die Kinder, Friede für die Welt“, sangen die festlich gekleideten Mädchen, ehe sie das Segenszeichen im Windfang des Eingangs auf den Klinkern anbrachten. „20*C+M+B+09“, schrieb Hanna. Das steht für „Christus mansionem benedicat“ und bedeutet „Christus segne dieses Haus“.

Allein 20 Stationen besuchten die Sternsinger, die in zwei Gruppen unterwegs waren, an diesem Freitag. „Im Alexanderstift wartet immer ein leckeres Mittagessen auf Könige, Sternträger und Engel“, verriet Elisabeth Rollie, die die Gruppe begleitete. Auch bei der Nordwest-Zeitung in der Westerstraße waren am Freitag festlich gekleidete Sternsinger zu Gast. Annabell Meier, Leon Kiesler, Johanne Poppe und Sarah Beckmann als Sternträgerin überbrachten die Segenswünsche. Rund 60 Kinder in 13 Gruppen nehmen in diesem Jahr an dem Dreikönigssingen in Wildeshausen teil. Offiziell werden sie im Gottesdienst am Sonntag, 4. Dezember, um 9 Uhr entsandt. Dann ziehen die Mädchen und Jungen erneut von Tür zu Tür. „Abschluss ist zumeist bei der Familie Margret Pfänder in Aumühle“, erzählt Elisabeth Rollie. „Sie deckt immer festlich den Tisch.“

Das Motto der 51. Aktion Dreikönigssingen lautet „Kinder suchen Frieden – buscamos la paz“. Beispielland ist Kolumbien, wo Repressalien, Terror und Misshandlungen oftmals zum Alltag gehören.