Wildeshausen - Die Grünen und die Linke sprechen sich gegen den Einstieg von Renditegesellschaften beim Energieversorger EWE aus. Das haben am Dienstagabend im Kreistag in Wildeshausen die Fraktionsvorsitzenden beider Parteien, Eduard Hüsers und Kreszentia Flauger, deutlich gemacht. Die Grünen wollen von der Kreisverwaltung wissen, ob es rechtens ist, dass die EWE die geplanten 26 Prozent an einen Finanzinvestor verkaufen darf.

Nach Auskunft der EWE können die Anteile sowohl an einen Branchenpartner wie seinerzeit die EnBW als auch an einen Finanzinvestor verkauft werden. Die Grünen vertreten die Ansicht, dass es sich bei Strom und Gas um Daseinsvorsorge der Bürger handelt. Ein Finanzinvestor sei an hohen Renditen interessiert. Die würden die Verbraucher über höhere Preise zahlen. Das lehnen die Grünen ab.

Der Landkreis Oldenburg ist über den EWE-Verband, der 74 Prozent der Anteile hält, Miteigentümer der EWE AG. Die Beteiligung des Landkreises beträgt 5,06 Prozent. Mitglieder der EWE-Verbandsversammlung sind Landrat Carsten Harings sowie die Kreistagsabgeordneten Hajo Suhr (CDU) und Franz Duin (SPD). Auf Nachfrage will der Landkreis die Suche der EWE nach einem strategischen Partner aktuell nicht kommentieren.

Im Kreistag versprach der Landrat auf die Anfrage der Grünen, dass das Thema im nächsten nicht öffentlichen Kreisausschuss auf die Tagesordnung kommt. Dazu soll ein Vertreter der EWE eingeladen werden. Die Haltung des Landkreises zum Verkauf von EWE-Anteilen werde im Kreisausschuss politisch beraten.

Wie berichtet, geht die Suche nach einem strategischen Partner für die EWE in die entscheidende Phase. Am Montag endete die Frist, bis zu der die verbliebenen Bieter ihre bindenden Angebote für den zum Verkauf stehenden 26-Prozent-Anteil an dem Oldenburger Energiekonzern einreichen konnten. Den 26-Prozent-Anteil hielt über Jahre der Energiekonzern EnBW, der sich jedoch 2015 mit der EWE auf einen Ausstieg verständigt hatte.

Der Entscheidungsprozess über den neuerlichen Verkauf der 26 Prozent soll laut EWE noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Auch der EWE-Verband, in dem die 21 kommunalen Mehrheitseigentümer aus dem Ems-Weser-Elbe-Gebiet ihre Interessen gebündelt haben, befasste sich in nicht öffentlicher Sitzung mit dem Thema.