WILDESHAUSEN - Die Zeitzeugin Gisela Ahlers erinnerte an eigene schreckliche Kriegserlebnisse. Anschließend wurde an der Ehrenstätte der Kriegstoten gedacht.
Von Jan Kuhlmann
WILDESHAUSEN - Am gestrigen Volkstrauertag haben im ganzen Landkreis die Menschen auf den Friedhöfen und in den Kirchen der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. In Wildeshausen hatte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu einer Gedenkfeier in der Friedhofskapelle mit anschließender Totenehrung an der Ehrenstätte eingeladen.Worte der Besinnung richtete Gisela Ahlers an die Gedenkenden: „Dies ist ein Tag der Mahnung, damit die Fehler der Vergangenheit sich nicht wiederholen“, sagte sie. Krieg sei das scheußlichste Verbrechen. Im Zweiten Weltkrieg habe sie in einem Lazarett schwerstverwundete Soldaten betreut. Es waren 18-Jährige, die beide Beine oder andere Körperteile verloten hatten. „Sie weinten und schrien vor Schmerzen“, erinnerte sie sich. Dies sei das wahre Gesicht des Krieges: Ob Sieger oder Besiegte, es gebe doch nur Verlierer.
Heute sei der Frieden wieder durch Terror und Selbstmordattentate in Gefahr, warnte Gisela Ahlers. „Am Terror sollte uns die Entschlossenheit erwachsen, den Frieden zu sichern“, gab die Rednerin den Zuhörern mit auf den Weg.
Zuvor hatte Wildeshausens Bürgermeister Franz Duin bei einer Kranzniederlegung auf dem jüdischen Friedhof seiner Hoffnung auf eine friedliche Welt Ausdruck verliehen. „Jeden Tag hören wir von neuem von Gräueltaten in der Welt“, sagte er. Das Gedenken an alle Menschen, die Leid ertragen haben, möge den Wunsch nach Frieden in der Welt erwecken.
Gemeinsam mit Landrat Frank Eger, Ulrich Eggert vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Vertretern der Bundeswehr war Duin am Sonnabendvormittag in der Wildeshauser Innenstadt unterwegs, um bei den Geschäftsleuten der Stadt Spenden für die Pflege von Kriegsgräbern zu sammeln. Dabei kamen 659,03 Euro zusammen, etwa der gleiche Betrag wie im Vorjahr.
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NWZ/LANDKREIS/.2
