WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN/GA - Ihren 100. Geburtstag feiert heute in Wildeshausen Martha Kolanowski. Das Licht der Welt erblickte die Jubilarin am 18. September 1906 in Schlesien, wo sie mit acht Geschwistern aufwuchs. Aus ihrer 1942 geschlossenen Ehe mit Walter Kolanowski, der bereits zwei Jahre später starb, ging ihre einzige Tochter Rita hervor. Ein weiterer Schicksalsschlag für die zierliche Frau war 1945 die Vertreibung aus Schlesien. In Delmenhorst fand sie eine neue Bleibe.
Seit Mitte der 70er Jahre wohnt sie an der Goldenstedter Straße in Wildeshausen bei Tochter und Schwiegersohn, dem Ehepaar Rita und Alois Dünzelmann. Mittlerweile wohnen dort vier Generationen unter einem Dach. Der Jüngste, Urenkel Alexander, ist gerade neun Monate alt. „Wenn sie den Kleinen sieht, kommt Freude bei ihr auf“, erzählen seine Eltern Daniela und Markus Dünzelmann. Bis zu ihrem 87. Lebensjahr sei die Seniorin gern und viel gereist, berichtet ihre Tochter Rita. Danach habe sie mehrere Krankheiten gut überstanden, sitze aber seit vier Jahren im Rollstuhl. „Sie hat einen sehr starken Lebenstrieb“, sagt die Tochter und bedauert, dass ihre Mutter, die früher ein sehr geselliger Mensch war, zunehmend an Demenz leidet. Für ihr Temperament in etwas jüngeren Jahren sprechen Sprüche wie „Tanzen heilt sieben Krankheiten“ und „Was für die Kleinen die Milch ist, ist für den älteren Menschen der Sekt“.
Was geblieben ist, ist ihre Vorliebe für Schokolade. „Jeden Abend gibt es ein paar Stückchen Schokolade und darüber freut sie sich wirklich“, heißt es aus dem Familienkreis. Als gläubige Katholikin ist sie auch davon angetan, dass Pfarrer Heinz Holtmann seit vielen Jahren nicht nur zum Geburtstag vorbeischaut, sondern auch zwischendurch mal aufkreuzt.
Gefeiert wird das Wiegenfest heute im Familienkreis. Insgesamt hat die Jubilarin zwei Enkel und vier Urenkel. Ein paar Tage später sind die Nachbarn eingeladen. Angesichts des hohen Alters müsse man das Feiern schon auf auf mehrere Tage verteilen, erklärten die Dünzelmanns, die alle viel mit der alten Dame zusammen sind. Viel Freude bereitet es Martha Kolanowski auch, wenn sie Schwiegersohn Alois im Rollstuhl die Goldenstedter Straße entlangführt.
