WILDESHAUSEN - Der Verband will neben der Kriegsgräberpflege auch die Gedenkarbeit in den Schulen stärken. Immer weniger ehrenamtliche Helfer wollen mit der Sammelbüchse losziehen.

von sven Kamin

WILDESHAUSEN - 50 Cent Spende pro Landkreiseinwohner – das ist die gute Bilanz, die Christoph Neumann-Silkow, der scheidende Geschäftsführer des Bezirksverbandes Weser-Ems des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, und Landrat Frank Eger, Kreisverbandsvorsitzender, gestern auf der Kreisverbandstagung des Volksbundes in Wildeshausen zogen. So hätten die Haussammlungen im letzten Jahr knapp 40 000 Euro für die Arbeit des Verbandes eingebracht. Eine äußerst wichtige Arbeit, wie Eger betonte.

Den Angehörigen einen Ort der Trauer zu geben und jungen Generationen die Folgen von Krieg und den Wert des Friedens zu vermitteln, das sind die Ziele, die sich der Volksbund gesetzt hat. So arbeitet der Verband inzwischen intensiv mit Schulen zusammen, um die Gedenkkultur bei Jugendlichen zu pflegen.

Dennoch werde die Organisation der Sammelaktionen im November von Jahr zu Jahr schwieriger, beklagten sich die Vorstände der Ortsgruppen. So würde in weiten Teilen Großenknetens, nachdem die Bundeswehr keine Soldaten mehr abstelle, keine Sammlung durchgeführt werden können. Freiwillige Helfer, die mit den neuen futuristischen Sammeldosen, die von Stardesigner Luigi Colani entworfen wurden, von Haus zu Haus gehen, sind schwer zu finden: „Man fragt und fragt und am Ende weiß man nicht, wen man noch fragen soll“, sagte einer. Auch werde es von Jahr zu Jahr schwieriger, Redner für die Kranzniederlegungen am Volkstrauertag zu organisieren.

Die Lösung liegt vielleicht auch hier wieder bei der Jugend. So berichtete ein ehrenamtlicher Sammler, er wäre einfach im letzten Jahr in ein Jugendhaus gegangen und hätte die Jugendlichen um Hilfe gebeten. Und tatsächlich hätten sich drei junge Menschen als Sammler gewinnen lassen.