WILDESHAUSEN - Als „nicht nachvollziehbar“ hat der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Leinemann die Darstellung der UWG-Fraktion im Wildeshauser Stadtrat zur möglichen Sanierung des Kurbads am Krandel bezeichnet. Im Mittelpunkt der Diskussion steht das Gutachten des Ingenieurbüros Bellmer (Bremen).

Dazu schreibt Leinemann: „Das Gutachten spricht an mehreren Stellen von bis zu 30 % reduzierten Stahlquerschnitten. Die Norm schreibt eine Sicherheitsreserve von 75 % vor, die laut Gutachten nicht nur reduziert ist, sondern sich weiter vermindern wird und auch nicht saniert werden kann, so die eindeutige Aussage. Dass die Tragfähigkeit nur noch eingeschränkt vorhanden ist, kann man auch aus den Empfehlungen des Gutachters für die Weiternutzung ablesen. Er rät dazu, nur noch eine ,normale‘ Nutzung des Bades zu erlauben. Dies ist auch nachweislich durch die Nichtgenehmigung von Großveranstaltungen dokumentiert.

Beim Studium des Gutachtens fällt auch auf, dass bestimmte Bereiche noch nicht untersucht wurden und daraus weitere Schäden ermittelt werden könnten. In diese Falle sind bereits viele andere Kommunen getappt, so z.B. die Stadt Freiburg, wo die ursprünglich veranschlagten Kosten von 4,4 Mio. Euro auf 9,3 Mio. gestiegen sind.

Gerade ältere Menschen hoffen auf ein barrierefreies Bad. Wider besseren Wissens behauptet die UWG, dass durch den Einbau eines Fahrstuhls die Barrierefreiheit hergestellt werden könnte. Da auch die UWG im Arbeitskreis Schwimmbad vertreten ist, kennt sie die Aussage des Sachverständigen, dass dann lediglich das Restaurant und die Umkleiden barrierefrei erreicht werden können. Der Gutachter erklärte, dass eine echte Barrierefreiheit nur in einem Neubau verwirklicht werden könne.

Wenn man die Argumente abwägt, sprechen für die Sanierung nur die angeblich niedrigeren Kosten. Aber selbst die werden falsch dargestellt, indem Baunebenkosten und Mehrwertsteuer nicht eingerechnet werden. Dann landet die Sanierung schon bei 8,3 Mio. Euro.“