Wildeshausen/Landkreis - Frauen, die in einem Lokal oder auf einer Veranstaltung belästigt oder bedrängt werden, eine sichere und unauffällige Anlaufstelle bieten: Dieses Ziel verfolgt die SPD mit der Kampagne „Luisa ist hier“ im Landkreis Oldenburg. In der jüngsten Sitzung des Integrations- und Gleichstellungsausschusses stellte die Partei die Kampagne vor – und stieß dabei auf breite Zustimmung. Der Ausschuss stimmte einstimmig für die Umsetzung.

In Zusammenarbeit mit „Wildwasser Oldenburg“ – einer Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen – ist geplant, das Projekt im Landkreis wie bereits in der Stadt Oldenburg umzusetzen. Mitarbeiter von „Wildwasser“ würden dabei das Thekenpersonal schulen und Plakate in Gastronomiebetrieben und bei Großveranstaltungen aushängen. Mit der Frage „Ist Luisa hier?“ soll das Personal dann Hilfe bieten. „Wir sind uns bewusst, dass wir das Problem der sexualisierten Gewalt damit nicht lösen können“, sagte Thore Güldner (SPD). „Wir können damit aber das Sicherheitsgefühl stärken und betroffene Personen vor Ort unterstützen.“

Aus den Reihen der anderen Parteien erhielt die Einführung der 2016 in Münster gestarteten Kampagne, an der bundesweit mehr als 63 Städte beteiligt sind, breite Unterstützung. „Die Umsetzung ist bereits für die Menschen, die sowas machen, eine Ansage“, lobte Kreszentia Flauger (Linke) genauso wie Marlies Pape (FDP): „Die Dunkelziffer ist unheimlich groß. Wir müssen sensibilisieren und dürfen nicht wegschauen.“

Die Gastronomiebetriebe können freiwillig teilnehmen, bei den Großveranstaltungen wird unter anderem an den Fasching in Ganderkesee und das Gildefest in Wildeshausen gedacht. „Ich habe mit der Gilde gesprochen. Sie kann sich eine Umsetzung vorstellen“, sagte Franz Duin (SPD).