WILDESHAUSEN - Der Verein City-Management Wildeshausen (CMW) soll für seine Aktivitäten nur 3700 Euro erhalten. Der entsprechenden Empfehlung des Verwaltungsausschusses stimmte der Rat der Stadt am Donnerstagabend mit 16 Ja-Stimmen, bei einer Nein-Stimme und 14 Enthaltungen zu. Damit wird in diesem Jahr voraussichtlich keine „Gruselnacht“ stattfinden. Noch am Vortag hatte der CMW-Vorstand mit Anne Grafe-Weibrecht an der Spitze darauf hingewiesen, dass die Aktion nur mit entsprechenden Finanzmitteln möglich sei.
Ursprünglich waren im städtischen Haushalt 15 000 Euro vorgesehen; allerdings mit einem Sperrvermerk versehen. Dr. Volker Pickart beantragte im Namen der CDU-Fraktion, die Mittel freizugeben. Hier engagierten sich Bürger ehrenamtlich. Die dürfe der Rat nicht vor den Kopf stoßen. Das CMW leiste viel für die Belebung der Innenstadt. Die Aktionen sollten „Lust auf Wildeshausen wecken“. Genau das wollten alle.
Evelyn Goosmann und Hartmut Frerichs (beide SPD) erklärten, ihnen fehle ein Konzept. Das City-Management habe lediglich mehrere Aktivitäten aufgezählt. Rainer Kolloge (UWG) sagte, er vermisse einen Lösungsansatz, um „strukturelle Probleme“ sowie Leerstände in der Innenstadt anzugehen. „Die bekämpfe ich nicht mit Gruselnacht oder Gänsemarkt.“ Markus Grünloh (UWG) meinte, ihm fehle die Fachkompetenz beim CMW. Beide UWG-Vertreter forderten einen Marketing-Experten, der im Stadthaus sitzen solle.
Das sah Karl-Wilhelm Jacobi (FDP) ähnlich. Nur ein Profi könne Mieter und Vermieter zusammenbringen und verschiedene Interessen bündeln. Auch er vermisse ein Konzept: „Dem können wir keinen Freifahrtschein geben.“ Pickarts Hinweis, dass die Politik beim CMW zögere, aber schnell die Sanierung der Sögestraße beschlossen habe, griff Jacobi ebenfalls auf: „Äpfel und Birnen zu vergleichen, ist das eine; Äpfel und Pflastersteine ist aber etwas ganz anderes.“ Die 3700 Euro für Internet-Auftritt, Büro- und Personalkosten hielt Jacobi dagegen für unstrittig.
Pickarts Antrag, dem City-Management, 15 000 Euro zu bewilligen, stimmten nur 12 Ratsmitglieder zu. 18 votierten dagegen, darunter auch Bürgermeister Kian Shahidi.
Mit großer Mehrheit, bei drei Nein-Stimmen, sprach sich der Rat dafür aus, dass die Stadt Wildeshausen Mitglied der Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum“ wird. Christa Plate (CDU), die den Antrag gestellt hatte, wies auf die geschichtlichen Traditionen und die Verbundenheit zur Nachbargemeinde Emstek hin. Traute Sandkuhl (Grüne) meinte, sie wolle nicht an die „dunklen Zeiten“ der Rechtsprechung erinnert werden.
