Wildeshausen - Es ist vollbracht: Wo sich einst ein kleiner Weg entlang der Abbruchkante der Hunte im Bereich des Wohngebiets Schabböge schlängelte, hat ein Wildeshauser Gartenbaubetrieb im Auftrag der Stadt jetzt etliche Sträucher gepflanzt und damit den Weg mehr oder weniger unpassierbar gemacht. Damit die nun gepflanzten Gehölze nicht zu hoch werden, sollen sie künftig regelmäßig vom Bauhof zurückgeschnitten werden. Außerdem wird der Bereich zweimal jährlich gemäht.
Schon seit längerem schwelt in dieser Angelegenheit eine Kontroverse zwischen einigen Grundstücksbesitzern, die den öffentlichen Weg hinter ihren Gärten nicht länger dulden wollten, sowie Teilen der Bevölkerung und Politik.
Insbesondere der unabhängige Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff hatte es sich zum Ziel gesetzt, den Trampelpfad zu erhalten. Schärfste Kritik hatte er deshalb im September am Beschluss des Verwaltungsausschusses (VA) geäußert, den Weg einfach dicht pflanzen zu lassen (die NWZ berichtete). „Dieser Beschluss greift unzulässigerweise in die Zuständigkeit des Rates ein, der für die Änderung von Bebauungsplänen zuständig ist“, so der unabhängige Ratsherr seinerzeit. Für den Grünstreifen an der Hunteabbruchkante sei keine Sperrung, sondern ausdrücklich das Offenhalten für einen Fußweg vorgesehen.
Im Gegensatz zum Weg wurde die Hunteabbruchkante selbst nicht bepflanzt. Hier hatte zuletzt die Nabu-Ortsgruppe Wildeshausen-Dötlingen auf die Umsetzung des Pflanzgebots gepocht. Zuvor hatte bereits Schulze Temming-Hanhoff kritisiert, dass die Anwohner seit Jahren das Pflanzgebot an der Hunteabbruchkante nicht einhielten, sondern stattdessen sogar das Gehölz zurückschnitten, um einen freien Blick auf die Hunte zu haben.
Wie Baudezernent Manfred Meyer auf NWZ-Anfrage mitteilte, habe man die strittige Angelegenheit rechtlich prüfen lassen und grünes Licht für die Pflanzaktion auf dem Trampelpfad bekommen. Wer partout wolle, könne schließlich immer noch durch die Sträucher spazieren, dürfe diese allerdings nicht beschädigen.
Spannend wird es nun zu beobachten sein, ob das Beispiel Schabböge Schule macht und weitere Bürger mit ähnlichen Anliegen an Politik und Verwaltung herantreten, wie zum Beispiel jene hinter der Bertha-von-Suttner-Straße oder der Christine-Teusch-Straße, wo ein vergleichbarer Padweg oberhalb der Kuhtrade direkt an den Gärten entlang läuft.
